Ulrich Busch

Besprechungen und Rezensionen 2/2018

(1) Nathan Jun (Hg.): Brill’s Companion to Anarchism and Philosophy, rezensiert von Olaf Briese (S. 145-147); (2) Wolfgang Harich: Schriften zur Anarchie, rezensiert von Alexander Amberger (S. 148-151); (3) Stephan Krüger: Soziale Ungleichheit. Private Vermögensbildung, sozialstaatliche Umverteilung und Klassenstruktur, rezensiert von Ulrich Busch (S. 152-155); (4) Kathrin Kunkel-Razum u. a.: Warum es nicht egal ist, wie wir schreiben, rezensiert von Sylvia Klötzer (S. 156-157)

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Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2018
Marx und der Anarchismus
170 Seiten

Streit ums Geld

Die geldtheoretische Kontroverse zwischen Marx und Proudhon

13 Seiten | Autor: Ulrich Busch

Die Auseinandersetzung Karl Marx’s mit dem Anarchismus wird meist an der Rolle des Staates festgemacht. Sie lässt sich aber nicht hierauf reduzieren. So nutzte Marx bei der Ausarbeitung seiner Geldtheorie die Polemik mit Pierre Joseph Proudhon, um den kleinbürgerlichen Charakter der anarchistischen Geldauffassung offen zu legen, u. a. in „Das Elend der Philosophie“ (1847) und „Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie“ (1857/58), in welchen Marx insbesondere Proudhon und dessen Geldauffassung heftig attackierte. Ulrich Busch zeichnet diese Kontroverse nach und zeigt ihre Bedeutung für die Ausformung der Marx’schen Geldtheorie bis 1857, welche dann ein Jahrzehnt später im „Kapital“ (1867) fertig vorlag.

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Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2018
Marx und der Anarchismus
170 Seiten

Editorial 2/2018

4 Seiten | Autor: Ulrich Busch, Thomas Möbius

2018 ist ein Karl-Marx-Jahr. Die Jubiläumsmaschinerie läuft auf Hochtouren. Der 200. Geburtstag von Karl Marx hat ein neues Interesse an dem Denker und seinem Werk hervorgerufen, das über den linken und akademischen Bereich hinaus in die Medien und die breite Öffentlichkeit reicht. In der wissenschaftlichen Beschäftigung ist nicht alles neu, was anlässlich des Jubiläums auf den Markt kommt, und auch nicht alles sensationell. Vieles aber ist interessant und erscheint im Kontext der sozialen und ökonomischen Probleme des Jahres 2018 in einem neuen Licht. Dies trifft besonders auch für die Auseinandersetzung von Marx mit dem Anarchismus zu. Anhand dieser erhellen sich markante Aspekte von Marx’ Theorie sowie der Formierung des Marxismus. / Marx galt der Anarchismus als „Kinderkrankheit“ der Arbeiterbewegung und als utopisch-kleinbürgerliche pseudorevolutionäre Ideologie. Die Polemik gegen anarchistische Positionen diente ihm gleichwohl zur theoretischen und politischen Selbstverständigung. Dabei ging es auch um Konkurrenz. Marxismus und Anarchismus gelten als „feindliche Brüder“. In diesem Bild sind Abgrenzung wie Nähe, Verwandtschaft und Konflikt markiert. Die Beziehung zwischen ihnen war ein Verhältnis wechselseitiger Konkurrenz – zum Teil mit blutigen Folgen; aber auch von Annäherungen und theoretischen Berührungspunkten gekennzeichnet. Im Rückblick erscheinen manche Kontroversen als überhitzt und überzogen; mitunter waren sie auch nicht frei von persönlichen Rivalitäten. / Die Beiträge im Themenschwerpunkt gehen diesen ambivalenten, spannungsreichen Beziehungen nach: dem Streit, den Wirkungen, den theoretischen Nähen sowie den Traditionsbezügen in gegenwärtigen Debatten. Sie beschäftigen sich mit der Auseinandersetzung von Marx mit der geistigen und politischen Strömung des Anarchismus und dessen Protagonisten, mit den Streitigkeiten zwischen ihnen, mit prominenten Vertretern des Anarchismus und ihren Beziehungen zum Marxismus, mit den Folgen und Wirkungen der Zurückweisung anarchistischer Ideen und Zukunftskonzepte durch Marx, die Sozialdemokratie und den Marxismus sowie mit der Bedeutung des Anarchismus in linken Bewegungen und für das marxistische Denken in der Gegenwart. Die hier versammelten Aufsätze decken fraglos nicht das gesamte Spektrum dieser politischen und theoretischen Auseinandersetzung ab. Sie geben aber einen Überblick über die diskutierten Fragen und die dabei vertretenen Positionen und Standpunkte. Exemplarisch zeigen sie die historischen und politischen Konstellationen der theoretischen Kontroversen. Nicht zuletzt ist der Themenschwerpunkt ein Versuch, die Aufarbeitung erbitterter theoretischer und ideologischer Konflikte des 19. Jahrhunderts mit Fragen der politischen Orientierungssuche in der Gegenwart zu verbinden.

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Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2018
Marx und der Anarchismus
170 Seiten

Berliner Debatte Initial 2 | 2018

Marx und der Anarchismus

Herausgeber: Ulrich Busch | Thomas Möbius

ISBN 978-3-945878-90-3 | ISSN 0863-4564 | 170 Seiten

Anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx widmet sich „Berliner Debatte Initial“ der Frage: Wie hielten Marx und der Marxismus es mit dem Anarchismus? Marxismus und Anarchismus gelten als „feindliche Brüder“. Hierin markiert sich Abgrenzung wie Nähe, Verwandtschaft und Konflikt. Die Beiträge gehen dem ambivalenten Verhältnis nach: den Auseinandersetzungen, Wirkungen, Annäherungen und theoretischen Berührungspunkten sowie Traditionsbezügen in gegenwärtigen Debatten wie der Commons-Bewegung. Mit Beiträgen von Olaf Briese, Ulrich Busch, Jan Hoff, Philippe Kellermann, Jürgen Leibiger, Mathias Lindenau, Anatole Lucet, Anna Migliorini, Maurice Schuhmann, Peter Seyferth, Steffen Wasko

Inhalt

Besprechungen und Rezensionen 4/2017

(1) Birgit Lahmann, Ute Mahler: Nietzsche. Ich bin Dynamit; Kerstin Decker: Die Schwester. Das Leben der Elisabeth Förster-Nietzsche. Rezensiert von Ulrich Busch (S. 142-146); (2) Didier Eribon: Gesellschaft als Urteil. Klassen, Identitäten, Wege. Rezensiert von Gregor Ritschel (S. 168-171); (3) Dieter Nake: Portugiesischer April. Die Nelkenrevolution in Portugal 1974/75. Rezensiert von Volker Hölzer (S. 171-173); (4) Ulrich Busch: Die Welt des Geldes. Rezensiert von Georg Quaas (S. 174-177); (5) Susan Neiman: Widerstand der Vernunft. Ein Manifest in postfaktischen Zeiten. Rezensiert von Erhard Crome (S. 178-180)

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Erschienen in
Berliner Debatte 4 | 2017
Flüchtiges Europa
186 Seiten

Besprechungen und Rezensionen 1/2018

10 Seiten | Autor: Ulrich Busch, Norbert Cyprus

(1) Bernd Kasparek: Europas Grenzen:Flucht, Asyl und Migration.Eine kritische Einführung; Harald Bauder: Migration Borders Freedom. Rezensiert von Norbert Cyrus (S. 164-169); (2) William Mitchell: Dystopie Eurozone. Gruppendenken undLeugnung im großen Stil. Rezensiert von Ulrich Busch (S. 170-173)

Schlagworte: Migration | EU | Euro | Finanzkrise | Europa

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Erschienen in
Berliner Debatte 1 | 2018
Komplexe Grenzen
174 Seiten

Die Eurokrise und die deutschen Exportüberschüsse

Rainer Land und Ulrich Busch im Gespräch mit Heiner Flassbeck

Themen des Interviews, das Ulrich Busch und Rainer Land am 21. Juni 2017 mit dem Wirtschaftswissenschaftler Heiner Flassbeck geführt haben, waren die aktuelle wirtschaftliche Situation in den Staaten der Europäischen Union, die anhaltende Deflationstendenz und die Rolle des deutschen Außenhandelsüberschusses in der Weltwirtschaft. Flassbeck erinnerte daran, dass vor Einführung des Euro die damals vergleichsweise geringen deutschen Exportüberschüsse zu einer Aufwertung der DM geführt hatten, wodurch der Wettbewerbsvorteil regelmäßig abgeschmolzen worden sei. Innerhalb einer Währungsunion aber fehle die Möglichkeit der Korrektur durch den Wechselkurs. Das Ergebnis sind permanent wachsende Außenhandelsüberschüsse Deutschlands und ebenso wachsende Defizite beispielsweise in der französischen Handelsbilanz. Die anderen EU-Länder verlieren dadurch Marktanteile, Arbeitsplätze und Einkommen. Da sich die Defizitländer nicht mehr in eigener Währung verschulden können, geraten sie in eine zunehmende Abhängigkeit von den Finanzmärkten und der deutschen Finanzpolitik. Es besteht die Gefahr, dass dadurch nicht nur die Eurozone auseinanderbricht, sondern die Europäische Union insgesamt politisch in Frage gestellt wird, z. B. durch nationalistische und rechte Parteien und antieuropäische soziale Bewegungen. Vor diesen Hintergrund wurde die Frage erörtert, ob der ursprünglich von Flassbeck unterbreitete Vorschlag zur Lösung der Eurokrise, der darauf hinauslief, den Abstand der Lohnstückkosten auszugleichen, indem Deutschland über mehrere Jahre deutlich über­proportionale Lohnsteigerungen anstrebe, während andere Länder, Lohnsteigerungen unterhalb der Lohnregel (Produktivität plus Zielinflationsrate) praktizierten, noch aufrechterhalten werden sollte. Flassbeck bejahte dies und bekräftigte seine Position: Die Löhne seien der Schlüsselfaktor bei der Lösung der europäischen Wirtschaftsprobleme.

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Erschienen in
Berliner Debatte 3 | 2017
Demografischer Wandel und Arbeit in Ostdeutschland
160 Seiten

Digitaler Kapitalismus oder postkapitalistische Gesellschaft?

Über Wirkungen und Grenzen der digitalen Revolution

12 Seiten | Autor: Ulrich Busch

Ulrich Busch wirft in seinem Aufsatz zur „digitalen Revolution“ die Frage auf, zu welchem gesellschaftspolitischen Ergebnis diese letztlich führen wird, zu einer „postkapitalistischen Gesellschaft“ oder zu einem „digitalen Kapitalismus“. In Auseinandersetzung mit Vertretern der „kritischen Transformationsforschung“, welche die Digitalisierung als Auslöser für eine „große“, den Kapitalismus als soziale Ordnung überwindende, Transformation ansehen, spricht er sich dafür aus, diese eher als Basisinnovation eines „digitalen Kapitalismus“ zu begreifen. Der entscheidende Grund dafür sei die Aufrechterhaltung der kapitalistisch-industriellen Produktionsweise in Gestalt von „Industrie 4.0“. Es spricht momentan wenig dafür, dass sich mit der Digitalisierung ein Übergang zu einer postkapitalistischen Gesellschaft vollzieht, aber sehr viel dafür, dass die Digitalisierung zu einer Stabilisierung des globalen Kapitalismus beiträgt. Dies kommt einer Falsifizierung der These von einer sich infolge der Digitalisierung anbahnenden „großen Transformation“ gleich.

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Erschienen in
Berliner Debatte 3 | 2017
Demografischer Wandel und Arbeit in Ostdeutschland
160 Seiten

Postsozialistische Romantik

13 Seiten | Autor: Ulrich Busch

„Zukunftsvorstellungen strukturieren den Erwartungshorizont einer Gesellschaft“ (Lucian Hölscher). Utopien bilden eine spezifische Variante davon. Angesiedelt zwischen Fiktion und Realität überschreiten sie die Faktizität, bleiben aber mit ihrer Kritik auf die Wirklichkeit bezogen. Das Verhältnis von Sozialismus als Idee einer Alternative zum Kapitalismus und Utopie war von Anfang an ein besonderes. Lange Zeit zunächst als Utopie existierend, dann, wenn auch verzerrt und defizitär, zur Realität geworden, tritt der Sozialismus heute erneut als Utopie auf. Deren Rückgriff auf utopische Vorstellungen aus der Vergangenheit führt, so die These, zu einer „postsozialistischen Romantik“. Mit welchen Implikationen eine solche Entwicklung verbunden ist und mit welchen Modifizierungen der ursprünglichen Idee diese einhergeht, soll in diesem Aufsatz erörtert werden.

Schlagworte: Utopie | Sozialismus | Marxismus | DDR | Linke

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Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2016
Die Lücke der Utopie. Kritik, Ermächtigung, Trost
182 Seiten

Kritik, Ermächtigung, Trost

Die Lücke der Utopie

Die neun Beiträge des Schwerpunkts zum Vorzugspreis – Vor 500 Jahren, 1516, erschien Thomas Morus’ „Utopia“. Der Titel wurde zum Begriff eines literarischen Genres wie einer „Form von Zukunftserwartung, ja eines Weltverhaltens überhaupt“ (Jürgen Teller): Das Entwerfen gesellschaftlicher Alternativen verband sich mit dem Begriff der Utopie. Wir nehmen das Jubiläum zum Anlass, zu erkunden, wie Utopien die Lücke zwischen Sein und Sollen denken. Welche gesellschaftlichen Probleme und Erwartungen artikulieren sich in ihnen? Was leisten Utopien: Sind sie Kritik, Handlungsanleitung oder hypothetisches Ideal, reales oder gedankliches Experiment? Und wofür stehen Utopien heute? Führen die gegenwärtigen Krisen zu neuen Utopien? Ermächtigen diese zum gesellschaftlichen Verändern? Oder schaffen sie eher Rückzugsräume, die über die elende Gegenwart trösten? Die Beiträge des Schwerpunkts erkunden die Möglichkeiten der Utopie in historischer und aktueller Perspektive: u. a. zur Politikberatung in Morus’ „Utopia“, zur utopischen Piratenrepublik Libertalia, zu Dystopien im Kino, zu feministischen Utopien im 20. Jahrhundert und zum Verhältnis von Sozialismus und Utopie.

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Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2016
Die Lücke der Utopie. Kritik, Ermächtigung, Trost
182 Seiten