Utopie

Tradition und Innovation in Thomas Morus’ „Utopia“

14 Seiten | Autor: Monika Steffens

Tradition und Innovation werden meist antagonistisch betrachtet. In Thomas Morus‘ „Utopia“ stehen sie jedoch in komplementärer Relation zueinander. Der Rekurs auf die antike philosophische Tradition ermöglicht hier eine kritische Distanz zu zeitgenössischen sozialen Strukturen und den Entwurf einer radikal egalitären Gesellschaftsordnung auf Basis der platonischen Staatskonzeption, die der als defizitär erlebten Realität kontrastierend als bessere Alternative und wünschenswerte Innovation gegenübergestellt wird. Tradition ist somit in der „Utopia“ kein Hindernis, das zugunsten der Innovation zu überwinden wäre; sie fungiert vielmehr als Quelle der Inspiration, die es im Interesse gesellschaftlicher Innovation klug und kritisch zu nutzen gilt. In diesem Sinne sollte auch die „Utopia“ selbst im Rahmen der Ausstellung „Utopia – Reif für die Insel?“ als bleibende Inspirationsquelle präsentiert werden.

Schlagworte: Thomas Morus | Utopie | Platon

PDF: 0,00 €

Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2017
Kinderrechte - Menschenrechte
150 Seiten

Nachlese 500 Jahre Utopia

Drei Beiträge im Paket

Im Dezember 2016 jährte sich die Erstveröffentlichung von Thomas Morus’ „Utopia“ zum fünfhundertsten Mal. Anknüpfend an den Themenschwerpunkt „Kritik, Ermächtigung, Trost – Die Lücke der Utopie“ (Berliner Debatte Initial 2/2016) lassen Thomas Möbius, Monika Steffens und Andreas Heyer das Jubiläumsjahr mit seinen Tagungen, Ausstellungen und Publikationen Revue passieren. / (1) Thomas Möbius: Möglichkeiten der Utopie. Bericht zu zwei Tagungen (S. 99-106); (2) Monika Steffens: Tradition und Innovation in Thomas Morus’ „Utopia“ (S. 107-120); (3) Andreas Heyer: Circa ein Kilo Morus. Rückblick auf das Utopia-Jahr 2016 (S. 142-148)

PDF: 0,00 €

Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2017
Kinderrechte - Menschenrechte
150 Seiten

Berliner Debatte Initial 2 | 2017

Kinderrechte - Menschenrechte

ISBN 978-3-945878-53-8 | ISSN 0863-4564 | 150 Seiten

Die Idee, Kinder als rechtsfähige Subjekte zu begreifen (und nicht als Besitz ihrer Eltern), reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Und doch hat es rund 200 Jahre gedauert, die Rechte von Kindern weltweit festzuschreiben. Das wichtigste zeitgenössische Dokument hierfür ist die 1989 von den Vereinten Nationen verabschiedete Kinderrechtskonvention. Mit ihr liegt ein völkerrechtlicher Rahmen vor, der zum Ausgangspunkt für politische Auseinandersetzungen wie für fachwissenschaftliche Debatten wurde. Aktuell dreht sich der politische Streit in Deutschland etwa um die Frage, ob Kinderrechte auch im Grundgesetz verankert werden sollten. In der wissenschaftlichen Diskussion stehen konzeptionelle Fragen im Vordergrund, die sich auf den für die Kinderrechtskonvention zentralen Begriff des Kindeswohls und auf die Auslegung der ihn flankierenden Konzepte participation, protection und provision beziehen. Der Themenschwerpunkt Kinderrechte – Menschenrechte widmet sich dieser Diskussion. Im Fokus steht die gängige Annahme, Kinderrechte durch den Bezug auf Menschenrechte begründen zu können. Welche theoretischen und praktischen Konsequenzen diese Annahme hat, ist jedoch offen. Wer ist das Subjekt der Kinderrechte? Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch den Themenschwerpunkt. In ihrer Einleitung stellen Teresa Behrends, Johanna Mierendorff und Ralf Mayer die einzelnen Beiträge vor und umreißen das Verhältnis von Kinder- und Menschenrechten sowie die Beziehungen zwischen Kinderrechtsdiskurs einerseits und Kindheitsforschung andererseits.

Inhalt

Utopie und Gewalt

Zur aktuellen Rezeption von Andrej Platonow

5 Seiten | Autor: Wladislaw Hedeler

Obgleich bislang im Deutschen wenig bekannt, gilt Andrej Platonow (1899–1951) mittlerweile als einer der „wichtigsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts“. Die Zeitschrift „Osteuropa“ widmete ihm und seinem Werk ein dickes Themenheft: „Utopie und Gewalt. Andrej Platonov: Die Moderne schreiben“ (Heft 8-10/2016). Es erschien als Begleitband zu einer wissenschaftlichen Konferenz Anfang Dezember 2016. Parallel erschienen auch die von Gabriele Leupold vorgenommene Neuübersetzung von Platonows Roman „Die Baugrube“ (1930) und eine Platonow-Biographie von Hans Günther. Wladislaw Hedeler resümiert in seinem Beitrag die aktuelle deutsche Rezeption von Platonow.

PDF: 0,00 €

Erschienen in
Berliner Debatte 1 | 2017
„Russland in Blut gewaschen“. Ein Revolutionsjahr und seine Folgen in der Literatur
178 Seiten

Big Data: Informatisierung der Gesellschaft 4.0

10 Seiten | Autor: Jan-Felix Schrape

Der Beitrag gibt einen Überblick über vier Phasen der Informatisierung der Gesellschaft seit der Etablierung der ersten digitalen Computer, die von intensiven Diskussionen um die anwachsenden Daten- und Informationsfluten begleitet worden sind. Dabei zeigt sich, dass sich im aktuellen Diskurs um „Big Data“ viele der dystopischen und utopischen Erwartungen widerspiegeln, die bereits ab den 1960er-Jahren mit Computern und digitale Massendaten verknüpft wurden – von der Angst vor einem Totalverlust der Privatsphäre bis hin zu vielfältigen Hoffnungen auf Demokratisierung und Dezentralisierung. Angesichts dieser Kontinuitäten bleibt ein synthetisierender sozialwissenschaftlicher Blick unabdingbar, um den gegenwärtigen Wandel kritisch beobachten und Technikphantasmen entzaubern zu können.

PDF: 0,00 €

Erschienen in
Berliner Debatte 4 | 2016
Big Data als Theorieersatz
146 Seiten

„Vertraulichkeiten zwischen der Kunst und dem Leben“?

Sergej Tretjakow im intellektuellen Haushalt der DDR

10 Seiten | Autor: Fritz Mierau

Der Übersetzer und Herausgeber Fritz Mierau zeichnet die Rezeption des russischen "Futuristen der jüngeren Linie" Sergej Tretjakow (1892-1937) in der DDR nach. Tretjakow erlangte Mitte der 1970er Jahre mit seiner "Ästhetik der Operativität" unter Intellektuellen und Künstlern der DDR eine denkwürdige Prominenz. Innerhalb kurzer Zeit kam es zu einer Reihe von Übersetzungen. An ihnen hatte Mierau wesentlichen Anteil. Er schildert als Beteiligter die verschlungenen Wege der Wiederentdeckung Tretjakows, der Debatten um ihn sowie den "utopischen Zauber", der von Tretjakows "Lebenskunstentwurf", dessen Konzept einer Durchdringung von Kunst und Leben, ausging.

PDF: 0,00 €

Erschienen in
Berliner Debatte 4 | 2016
Big Data als Theorieersatz
146 Seiten

„Bei Fürsten ist kein Raum für Philosophie.“

Die utopische Politikberatung des Thomas Morus

8 Seiten | Autor: Felix Wassermann

Utopien und Politikberatung – nichts scheint weniger miteinander gemein zu haben. Wer ferne utopische Welten imaginiert, der erscheint ungeeignet für die naheliegende Beratung der praktischen Politik. Wer umgekehrt versucht, der politischen Praxis Ratschläge zu erteilen, der scheint seinerseits gut beraten, von utopischen Vorstellungen Abstand zu nehmen. Doch steht am Anfang der Utopie die Frage der Politikberatung: Thomas Morus’ „Utopia“ lässt sich als Erörterung darüber lesen, inwieweit die Politik durch Gelehrte beraten werden kann oder ob eine solche Politikberatung „utopisch“ ist. Ausgehend vom „Dialogue of Counsel“ im ersten Teil der „Utopia“ geht der Aufsatz dem facettenreichen Wechselverhältnis von politischer Utopie und Politikberatung nach und fragt nach den damit verbundenen Politik- und Politikberatungsverständnissen.

PDF: 0,00 €

Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2016
Die Lücke der Utopie. Kritik, Ermächtigung, Trost
182 Seiten

Libertalia – eine utopische Republik der Seeräuber?

10 Seiten | Autor: Thomas Schölderle

Die Libertalia-Legende ist eine fiktionale Episode in der ansonsten historisch weitgehend zuverlässigen „Allgemeinen Geschichte der Piraten“. Diese erschien 1724 unter Pseudonym und wurde später lange Zeit Daniel Defoe zugeschrieben. Mittlerweile erscheint auch Defoe als Autor unwahrscheinlich. Von der Utopieforschung blieb der Text bisher weitgehend unbeachtet – zu Unrecht, denn die Geschichte der Koloniegründung durch eine libertäre Piratengemeinschaft ist nicht nur durch eine fundamentale Kritik an den sozialen, religiösen und politischen Strukturen des alten Europa motiviert, sondern liefert auch das Porträt einer alternativen Gesellschaftsorganisation mit erstaunlich fortschrittlichen Ideen: Viele Jahrzehnte vor der Französischen Revolution und der Erklärung der Menschenrechte imaginiert die Libertalia-Geschichte eine Gemeinschaft auf Basis von Freiheit, Demokratie, Gleichberechtigung, Gütergemeinschaft, Sozialversicherung und kultureller Toleranz.

PDF: 0,00 €

Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2016
Die Lücke der Utopie. Kritik, Ermächtigung, Trost
182 Seiten

Gesamtkunstwerke als Form des Utopischen

Von Richard Wagner zu Johann Michael Bossard

14 Seiten | Autor: Magdalena Schulz-Ohm

Ab 1921 gestaltete der expressionistische Bildhauer und Maler Johann Michael Bossard sein Anwesen in der Lüneburger Heide zu einem der umfassendsten realisierten Gesamtkunstwerke. Der Aufsatz stellt dieses als Versuch vor, „Utopie zu leben“ und setzt es in Beziehung zu Richard Wagners Konzept des Gesamtkunstwerks. Bossard folgte Wagners Anspruch einer Neuschöpfung der Gesellschaft durch die Kunst. Am Beispiel von Bossards Gesamtkunstwerk werden die sowohl theoretischen wie praktischen Bemühungen gezeigt, durch die Kunst die erforderlichen Veränderungen für eine gesellschaftliche Utopie zu initiieren. Die Ernsthaftigkeit dieser Anstrengungen, aber auch das Scheitern der Utopie am gesamtgesellschaftlichen Anspruch werden deutlich.

PDF: 0,00 €

Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2016
Die Lücke der Utopie. Kritik, Ermächtigung, Trost
182 Seiten

Zur Ordnungsform der Utopie: Zwischen Ermächtigungs- und Trostfunktion

11 Seiten | Autor: Sandra Markewitz

Utopien haben die Menschen getröstet, aber sie haben auch Wege aufgezeigt, wie zu leben sei. Nach dem theoretischen Abschied vom Möglichen, das sich nicht zu verwirklichen schien und im Blick auf konkrete Handlungsoptionen blass blieb, stellt sich die Frage nach der Funktion des Utopischen im Sozialen neu: Unterschieden wird zwischen Ermächtigung und Trost, die die Utopie bietet. Im Unterbrechen des Abbildimpulses in symbolischen Beschreibungen gesellschaftlicher Situationen liegt eine Pointe der Schreibweisen des Utopischen, die einen Interpretationsraum öffnen, der bis heute nicht ausgeschritten ist und Trost an die Möglichkeit bindet, ermächtigend zu wirken, indem Ermächtigung im Sinne der Mentalisierung der Utopie als Fähigkeit gedacht wird, die unterschiedlichen Zeiten angepasst werden kann.

PDF: 0,00 €

Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2016
Die Lücke der Utopie. Kritik, Ermächtigung, Trost
182 Seiten