Christian Brütt: Workfare als Mindestsicherung

Von der Sozialhilfe zu Hartz IV. Deutsche Sozialpolitik 1962 bis 2005
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Die Reichweite des sozialpolitischen Wandels in Deutschland durch die sogenannten Hartz- Reformen ist in der Sozialpolitikforschung umstritten: Handelt es sich lediglich um graduelle Anpassungen oder um einen Paradigmenwechsel? Dieser Frage geht der Politologe Christian Brütt in seiner Dissertation nach. Er vertritt die These, dass die sozialstaatlich-institutionellen Rahmenbedingungen einen paradigmatischen Wandel vollzogen und sich einem Idealtypus von workfare angenähert hätten. Dieser Begriff geht auf die Einschränkungen der Sozialhilfe in den USA in den 1990er Jahren zurück. Mit ihm wird in sozialpolitischen Debatten eine Verpflichtung der Leistungsbeziehenden zur Arbeit als Gegenleistung und Abschreckung gedanklich verbunden. Der Paradigmenwechsel sei, so Brütt, in Deutschland nicht erst mit den Hartz-Gesetzen erfolgt, sondern habe bereits deutlich früher eingesetzt. Den Wandel verortet der Autor nicht im Zentrum des institutionellen Arrangements, er analysiert ihn als Prozess, der von den Rändern des Sozialstaats ausgehe. Zu diesem Zweck untersucht er in seiner analytisch- konzeptionellen Studie die Entwicklung der Mindestsicherung in der Bundesrepublik von der Einführung der Sozialhilfe nach dem Bundessozialhilfegesetz (BSHG) 1962 bis zur Grundsicherung für Arbeitslose nach dem Sozialgesetzbuch II (Hartz IV) 2005.

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