Matthias Quent

Neuer Vigilantismus in der Alten Welt

Bürgerwehren, Gewalt gegen Flüchtlinge und die Ambivalenz des rechten Terrors

13 Seiten | Autor: Matthias Quent

Die Frage nach den gegenwärtigen Entwicklungen im Rechtsextremismus ist ebenso aktuell wie dringlich. Das Deutungsbündnis zwischen mehrheitlich nicht gewalttätigen Rassisten, PEGIDA-Demonstranten und AfD-Anhängern auf der einen und den Gewalttätern auf der anderen Seite zeigt die Schwierigkeit, diese Erscheinungen analytisch differenziert zu fassen. Anhand von Beispielen der in diesem Kontext wachsenden Zahl von selbst ernannten „Bürgerwehren“ und von gewalttätigen Aktivitäten, die sich gegen Flüchtlinge richten, deren Täter aber in vielen Fällen nicht ohne Weiteres im Netzwerk der rechtsextremen Bewegung zu verorten sind, stellt Matthias Quent den Begriff des Vigilantismus vor und erläutert dessen analytisches Potential.

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Erschienen in
Berliner Debatte 4 | 2015
Politische Theorie (post-)modern. Eine Erkundung
162 Seiten

Innovation und Reziprozität

Zur Bedeutung von sozialen Innovationsbeziehungen in der Entwicklung des Rechtsextremismus

13 Seiten | Autor: Raj Kollmorgen, Matthias Quent

In der massenmedialen Öffentlichkeit, in Teilen der politischen Klasse und selbst in einigen Strömungen der Sozialforschung erscheint der organisierte Rechtsextremismus in der Bundesrepublik immer wieder als eine Bewegung, die sich sowohl in ihren soziopolitischen Inhalten, ihren politischen Handlungsformen wie ihren kulturellen Leitbildern und Orientierungsmustern vor allem durch Fortschrittsfeindlichkeit und Antimodernismus, Traditionalität und Konventionalität sowie Dumpf- und Trägheit auszeichnet. Diese Perspektive verfehlt den gegenwärtigen Rechtsextremismus nicht nur analytisch, sondern bedeutet auch für die politische Auseinandersetzung eine Problemverengung und damit potentielle Schwächung in der Strategieentwicklung demokratischer Akteure. Denn tatsächlich verkörpert der organisierte Rechtsextremismus nicht nur deshalb eine dynamische soziale Erscheinung, weil er Moment übergreifender gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse ist, denen er sich – man denke an demographische, wirtschaftsstrukturelle oder politisch-kulturelle Wandlungsprozesse – nicht (gänzlich) entziehen kann. Vielmehr repräsentiert er, eingebettet in vielfältige soziale Austauschprozesse, trotz seiner reaktionären Ideologie eine wandlungsfähige und sich bewusst modernisierende soziale Bewegung.

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Erschienen in
Berliner Debatte 1 | 2014
Innovativer Rechtsextremismus?
161 Seiten

Der „Volkstod“ und die Übriggebliebenen

Rechtsradikale Angebote und Machtgewinne in abdriftenden und dörflichen Regionen

14 Seiten | Autor: Matthias Quent

Kaum ein Tag vergeht, an dem Demoskopen, Politiker oder Medien nicht auf die Herausforderung der Folgen des demografischen Wandels verweisen: Vergreisung, Abwanderung, Fachkräftemangel und Deinfrastrukturalisierung sind nur einige der populären Schlagworte, mit denen die Auswirkungen gesunkener Fertilität und des wachsenden Anteils älterer Mitmenschen thematisiert werden. Begriffe wie „Altenrepublik Deutschland“ oder „Schrumpfrepublik“ sind noch die harmloseren Beschreibungen. Von dem medialen Hype profitieren Populisten, die die Abschaffung Deutschlands prognostizieren, ebenso wie Rechtsradikale, die durch den „schleichenden Volkstod“ um den Bestand der „deutschen Rasse“ fürchten. Die Debatte um den demografischen Wandel hat sich geradezu sprunghaft entwickelt und spart nicht mit Krisen- und Katastrophenszenarios. Diese „Demographisierung des Gesellschaftlichen“ dient vor allem der diskursiven Konservierung des Bestehenden, denn die „aktuelle Debatte über den demographischen Wandel wird beinahe ausschließlich auf die gegenwärtige Verfasstheit der Gesellschaft bezogen.

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Erschienen in
Berliner Debatte 1 | 2014
Innovativer Rechtsextremismus?
161 Seiten

Berliner Debatte Initial 1 | 2014

Innovativer Rechtsextremismus?

161 Seiten

In der massenmedialen Öffentlichkeit, in Teilen der politischen Klasse und selbst in einigen Strömungen der Sozialforschung erscheint der organisierte Rechtsextremismus in der Bundesrepublik immer wieder als eine Bewegung, die sich sowohl in ihren soziopolitischen Inhalten, ihren politischen Handlungsformen wie ihren kulturellen Leitbildern und Orientierungsmustern vor allem durch Fortschrittsfeindlichkeit und Antimodernismus, Traditionalität und Konventionalität sowie Dumpf- und Trägheit auszeichnet. Diese Perspektive verfehlt den gegenwärtigen Rechtsextremismus nicht nur analytisch, sondern bedeutet auch für die politische Auseinandersetzung eine Problemverengung und damit potentielle Schwächung in der Strategieentwicklung demokratischer Akteure. Denn tatsächlich verkörpert der organisierte Rechtsextremismus nicht nur deshalb eine dynamische soziale Erscheinung, weil er Moment übergreifender gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse ist, denen er sich – man denke an demographische, wirtschaftsstrukturelle oder politisch-kulturelle Wandlungsprozesse – nicht (gänzlich) entziehen kann. Vielmehr repräsentiert er, eingebettet in vielfältige soziale Austauschprozesse, trotz seiner reaktionären Ideologie eine wandlungsfähige und sich bewusst modernisierende soziale Bewegung.

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