Afghanistan

DSS-Arbeitspapiere 102 | 2011

Brennpunkt Afghanistan

Herausgeber: Joachim Klopfer

ISSN 1436-6010 | 56 Seiten

Das Thema indessen, das hier zu erörtern ist, über den Krieg in einem fernen Land, betrifft eine ernste Sache. Es ist zudem ungewöhnlich schwierig, auch für den, der sich Jahrzehnte berufsmäßig mit der Theorie und Praxis von Kriegen und Konflikten befassen musste. Die vertraute Begriffswelt der NATO trägt schon lange nicht mehr. Die NATO ist kein Bündnis nur zur Verteidigung eines geographisch genau definierten Bündnisgebietes mehr; ob es noch die ursprüngliche Wertegemeinschaft ist, darüber kann man mit Fug und Recht streiten – nach Guantanamo, Abu Ghraib, Baghram und dem Abarbeiten einer „Targeted Killing-Liste“ mittels Drohne und gelenkter Rakete. Dass der „Nordatlantikpakt“ „bis zum Wendekreis des Krebses“ inzwischen nicht nur Mittelmeer und Ostsee, sondern auch das Schwarze Meer als Einsatzgebiet der NATO umfassen soll, ist fast eine Petitesse, wie auch die Tatsache, dass der Bürgerkrieg, der seit dem Abzug der sowjetischen Invasoren 1989 seit nunmehr 20 Jahren in Afghanistan tobt, in der Sprache der Sicherheitspolitiker und Völkerrechtler als nicht-internationaler bewaffneter Konflikt“ gilt – mit erheblichen völkerrechtlichen Folgen. Letztendlich ist auch der Islam weder eine Religion wie jede andere, noch gibt es ein einheitliches oder verbindliches Verständnis des Islam, für den die Taliban vorgeben zu kämpfen. Das macht einen Teil der Schwierigkeiten aus. Die Taliban, in der Berichterstattung und in Verlautbarungen von Politikern gern als hinterhältig und feige bezeichnet, kämpfen fanatisch und grausam. Aber feige?

Afghanistan, Indien und die USA

7 Seiten | Autor: Shanthie Mariet D’Souza

Donald Trumps Strategie für Afghanistan und das südliche Asien ist trotz großer Ambitionen eine Fortsetzung der bisherigen US-amerikanischen Trial-and-Error-Methode der vergangenen 16 Jahre. Doch durch verstärktes Engagement betritt nun mit der Regionalmacht Indien ein neuer Spieler den Schauplatz am Hindukusch. Von Trump umgarnt, wird die Regierung in Neu-Delhi eigene Strategien entwickeln müssen, um nicht die gleichen Fehler wie die USA zu begehen.

Schlagworte: USA | Trump | Indien | Afghanistan

PDF: 0,00 €

Erschienen in
Welttrends 137 | 2018
Frauen in Führung
72 Seiten

Afghanistans Friedensmatrix und Indiens Optionen

5 Seiten | Autor: Shanthie Mariet D’Souza

Im rasch wechselnden Treibsand Afghanistans steht New Delhi vor einer schwierigen Wahl: Soll die indische Regierung angesichts der Kontaktaufnahme vieler Länder mit den Taliban ebenfalls Optionen für ein Engagement prüfen? Oder sollte sie auf die versprochenen Friedensprozesse warten und sich mit der dann entwickelnden Situation befassen? Wäre eine Wait-and-Watch-Politik strategischer Selbstmord? Oder wäre das der beste Kurs, wenn Afghanistan einen schweren Übergangsprozess (inteqal) durchläuft?

PDF: 0,00 €

Erschienen in
multipolar 2 | 2017
Sicherheitsdoktrinen eurasischer Mächte
108 Seiten

Strategische Tiefe

Irans Afghanistanpolitik

8 Seiten | Autor: David Ramin Jalilvand

Zusammen mit Pakistan gehört Iran zu den zwei regionalen Staaten mit dem größten Einfluss in Afghanistan. Zur Überraschung mancher zeigte sich Teheran mit Blick auf seinen östlichen Nachbarn wiederholt pragmatisch und bereit zur Zusammenarbeit mit Amerikanern und Europäern. In anderen Situationen hingegen handelte Iran amerikanischen und europäischen Interessen zuwider. Wie lässt sich Irans Afghanistanpolitik erklären? Dieser Beitrag betrachtet Teherans Afghanistanpolitik im Kontext des iranischen Strebens nach strategischer Tiefe. Dieses Ansinnen ist im Lichte historischer Erfahrungen, insbesondere der vergangenen 200 Jahre, zu verstehen. Jene prägen Irans Perzeption von Bedrohungen seiner Sicherheit und territorialen Integrität.

PDF: 0,00 €

Erschienen in
Welttrends 96 | 2014
Deutsche Außenpolitik kontrovers
144 Seiten

Pakistan und Afghanistan nach 2014

8 Seiten | Autor: Karl Fischer

Als Nawaz Sharif im Mai 2013 zum dritten Mal Premierminister Pakistans wurde, verfügte er mit seiner Partei Pakistan Muslim League-Nawaz (PML-N) über ein robustes Mandat und musste lediglich mit der national-konservativen Pakistan Tehrike- Insaf (PTI) des ehemaligen Kricket-Stars Imran Khan koalieren. An die neue politische Konstellation knüpften viele Wähler die Hoffnung, dass der nach dem Ende der Militärdiktatur 2008 von der Pakistanischen Volkspartei (PPP) eingeleitete Transformationsprozess das Land aus seiner wirtschaftlichen und sozialen Krise führen werde. Nach achtmonatiger Regierungszeit der neuen Mannschaft resümierte der Journalist Fahd Husain jedoch, dass „Erwartung und Gas schwinden, Elektrizität und Optimismus sich verflüchtigen, während Inflation und Gereiztheit anwachsen, Zuversicht und Hoffnung aber noch anhalten“.1 Entscheidungshoheit über die Außen- und Sicherheitspolitik konnte die militärische Führung uneingeschränkt wahren. Sie gibt somit weiterhin die außenpolitische Linie gegenüber Afghanistan und Indien vor. In Erinnerung an die Gründe seiner Entmachtung durch General Musharraf im Jahre 1999 wird der Premierminister auch darauf bedacht sein, konfrontative Maßnahmen zur parlamentarischen Kontrolle des Militärs und der Geheimdienste zu vermeiden.

PDF: 0,00 €

Erschienen in
Welttrends 96 | 2014
Deutsche Außenpolitik kontrovers
144 Seiten

Herausforderungen für einen Nachbarn

Tadschikistans Verhältnis zu Afghanistan

9 Seiten | Autor: Muzaffar Olimov

Der Abzug der ISAF stellt Tadschikistan vor ernste Herausforderungen – die Gewährleistung der eigenen Sicherheit, die Realisierung neuer ökonomischer Möglichkeiten, der innerregionale Wettbewerb hinsichtlich Afghanistans und das komplizierte Kräftespiel zwischen den großen Teilnehmern wie USA, Russland, China, EU, aber auch den erstarkenden regionalen Vormächten wie Iran, Pakistan und Indien. Die politische Führung Tadschikistans ist sich bewusst, dass die Sicherheit des Landes ohne die Wiederherstellung von Sicherheit und Stabilität in Afghanistan nicht zu gewährleisten ist.

Schlagworte: Tadschikistan | Afghanistan | ISAF

PDF: 0,00 €

Erschienen in
Welttrends 95 | 2014
Die USA und WIR
144 Seiten

Einiges besser, nichts wirklich gut

Afghanistan nach 34 Jahren Krieg – eine Bilanz

13 Seiten | Autor: Thomas Ruttig

Afghanistan steht vor einem Wendepunkt. Die Lage beim Abzug der NATO/ISAF-Truppen gibt wenig Anlass zum Optimismus. Zwar wurden gewisse Fortschritte bei der Entwicklung des Landes erreicht, insgesamt ist die Lage jedoch hinsichtlich Sicherheit, politischem System und Wirtschaft beunruhigend. Afghanistan gehört nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Erde und ein anhaltender Frieden ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die Mehrheit der Afghanen fürchtet die Zukunft.

Schlagworte: Afghanistan | Taliban | ISAF | NATO | USA

PDF: 0,00 €

Erschienen in
Welttrends 94 | 2014
Abgrund Afghanistan
144 Seiten

India in Post-ISAF Afghanistan

10 Seiten | Autor: Shanthie Mariet D’Souza

Indien macht sich Sorgen, ob seine betont nichtmilitärische Politik in Afghanistan nach Abzug der ISAF-Truppen Früchte trägt. Als einer der größten Entwicklungshilfegeber hat Indien nach Vertreibung der Taliban 2001 mehr als zwei Mrd. US-Dollar in das Land gepumpt und der Nachfrage nach militärischer Hilfe bislang erfolgreich getrotzt. Unter Umgehung des einflussreichen Grenzlandes Pakistan will Indien von den Bodenschätzen Afghanistans, seiner strategischen Lage und seinem Wirtschafts- und Handelspotenzial profitieren. Die Angst vor der Rückkehr der Taliban sitzt jedoch tief und die eigene Verwundbarkeit ist groß, wie die Bombenangriffe 2008 und 2009 auf indische Botschaften in Afghanistan zeigten. Langfristig wird Indien seine Interessen in diesem Raum nur über einen multilateralen Ansatz sichern können.

Schlagworte: Afghanistan | Indien | Pakistan

PDF: 0,00 €

Erschienen in
Welttrends 94 | 2014
Abgrund Afghanistan
144 Seiten

Afghanistan und die Region

11 Seiten | Autor: Diethelm Weidemann

Der Afghanistankonflikt hat seit 2001 deutliche Auswirkungen auf das regionale Umfeld – in Pakistan, Kaschmir, Xinjiang und den zentralasiatischen Republiken. Dies wird sich nach dem Abzug der ISAF-Truppen noch verstärken. Dabei geht es sowohl um die grenzüberschreitenden Folgen der beiden Militärinterventionen als auch um die Wirkungen der innerafghanischen Konflikte auf die gesamte Region. Diese Problematik besitzt ein erhebliches Konfliktpotenzial, das größere Aufmerksamkeit verdient.

Schlagworte: Afghanistan | USA | Islamismus

PDF: 0,00 €

Erschienen in
Welttrends 94 | 2014
Abgrund Afghanistan
144 Seiten

Afghanistan und Zentralasien

9 Seiten | Autor: Said Reza Kazemi

In den gegenwärtigen Prozessen in Afghanistan gewinnen die Beziehungen zwischen Afghanistan und seinen Nachbarn in Zentralasien an Bedeutung. Ihre weitere Entwicklung wird einerseits von der Transformation in Afghanistan und andererseits von der Politik der zentralasiatischen Staaten abhängen. Während sich das Drogenproblem erschwerend auswirkt, gibt es einige ermutigende Ansätze im Bereich der wirtschaftlichen Kooperation.

PDF: 0,00 €

Erschienen in
Welttrends 94 | 2014
Abgrund Afghanistan
144 Seiten