Begegnung mit dem Westen im russländischen Film: Semiotische „Abwehrstrategien“

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Die Theorie der postkommunistischen Transformation beschäftigt sich vorwiegend mit dem institutionellen Übergang vom totalitären zum demokratischen Herrschaftssystem und von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft. Empirische Transformationsforschung wird dementsprechend hauptsächlich im Rahmen der Politik- und Wirtschaftswissenschaft sowie der politischen Soziologie betrieben. Nach zwei Jahrzehnten postkommunistischer Transformation ist jedoch klar, dass es neben politischen Institutionen und wirtschaftlichen Opportunitäten noch andere Faktoren gibt, die vielleicht weniger sicht- und fassbar sind, aber (womöglich gerade deswegen) den Transformationsprozess nicht unerheblich beeinflussen. Wissenschaftlich lassen sich die Mechanismen des Systemwechsels daher nicht ausschließlich auf der institutionellen Makroebene und durch klassische Einstellungsuntersuchungen zu politischen Themen nachvollziehen. Die komplexen Prozesse der Transformation subjektiver Wirklichkeit, also „Fälle, in denen der Mensch ‚umschaltet‘ von einer Welt zur anderen, beziehungsweise eine Welt gegen eine andere austauscht“ müssen miterforscht werden. Im vorliegenden Text geschieht dies anhand einer Analyse populärer russländischer Filme, die reiches subjektives Material bieten – welches wiederum eine gewisse überindividuelle Objektivität gewinnt, indem es Millionen Empfänger erreicht und diskursiv weiterverarbeitet wird.

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