2017

Kinderrechte - Menschenrechte

Die Beiträge des Schwerpunkts zum Vorzugspreis – Der Themenschwerpunkt „Kinderrechte – Menschenrechte“ diskutiert die gängige Annahme, Kinderrechte durch den Bezug auf Menschenrechte begründen zu können. Welche theoretischen und praktischen Konsequenzen diese Annahme hat, ist weitgehend offen. Wer ist das Subjekt der Kinderrechte? Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch den Themenschwerpunkt. In ihrer Einleitung stellen Teresa Behrends, Johanna Mierendorff und Ralf Mayer die einzelnen Beiträge vor und umreißen das Verhältnis von Kinder- und Menschenrechten sowie die Beziehungen zwischen Kinderrechtsdiskurs einerseits und Kindheitsforschung andererseits.

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Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2017
Kinderrechte - Menschenrechte
150 Seiten

Ein Revolutionsjahr und seine Folgen

16 Seiten | Autor: Wladislaw Hedeler

Was geschah 1917 in Russland zwischen der Februarrevolution und dem Oktoberumsturz? Wie werden beide Ereignisse im akademischen Milieu und unter Autoren, die der Linken nahestehen, erinnert und diskutiert? Welcher Stellenwert kommt der Historisierung bzw. der Personalisierung der Ereignisse zu? Worin besteht die politische und wissenschaftliche Neubewertung der Revolution 1917, die in den hier ausgewerteten Publikationen überwiegend als einheitlicher Prozess gefasst wird? Wladislaw Hedeler geht in dieser Besprechung auf eine Fülle aktueller Publikation sowie auf Veranstaltungen zum Revolutionsjubiläum ein.

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Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2017
Kinderrechte - Menschenrechte
150 Seiten

Tradition und Innovation in Thomas Morus’ „Utopia“

14 Seiten | Autor: Monika Steffens

Tradition und Innovation werden meist antagonistisch betrachtet. In Thomas Morus‘ „Utopia“ stehen sie jedoch in komplementärer Relation zueinander. Der Rekurs auf die antike philosophische Tradition ermöglicht hier eine kritische Distanz zu zeitgenössischen sozialen Strukturen und den Entwurf einer radikal egalitären Gesellschaftsordnung auf Basis der platonischen Staatskonzeption, die der als defizitär erlebten Realität kontrastierend als bessere Alternative und wünschenswerte Innovation gegenübergestellt wird. Tradition ist somit in der „Utopia“ kein Hindernis, das zugunsten der Innovation zu überwinden wäre; sie fungiert vielmehr als Quelle der Inspiration, die es im Interesse gesellschaftlicher Innovation klug und kritisch zu nutzen gilt. In diesem Sinne sollte auch die „Utopia“ selbst im Rahmen der Ausstellung „Utopia – Reif für die Insel?“ als bleibende Inspirationsquelle präsentiert werden.

Schlagworte: Thomas Morus | Utopie | Platon

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Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2017
Kinderrechte - Menschenrechte
150 Seiten

Nachlese 500 Jahre Utopia

Drei Beiträge im Paket

Im Dezember 2016 jährte sich die Erstveröffentlichung von Thomas Morus’ „Utopia“ zum fünfhundertsten Mal. Anknüpfend an den Themenschwerpunkt „Kritik, Ermächtigung, Trost – Die Lücke der Utopie“ (Berliner Debatte Initial 2/2016) lassen Thomas Möbius, Monika Steffens und Andreas Heyer das Jubiläumsjahr mit seinen Tagungen, Ausstellungen und Publikationen Revue passieren. / (1) Thomas Möbius: Möglichkeiten der Utopie. Bericht zu zwei Tagungen (S. 99-106); (2) Monika Steffens: Tradition und Innovation in Thomas Morus’ „Utopia“ (S. 107-120); (3) Andreas Heyer: Circa ein Kilo Morus. Rückblick auf das Utopia-Jahr 2016 (S. 142-148)

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Berliner Debatte 2 | 2017
Kinderrechte - Menschenrechte
150 Seiten

„Kapitalismus reloaded“

Dokumentation eines Kolloquiums

3 Seiten | Autor: Benjamin Sonntag

Am Kapitalismus als Begriff und als Gesellschaftsformation scheiden sich die Geister. Sie taten es auch am 22. April 2017 auf dem von Berliner Debatte Initial und der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Max-Lingner-Haus in Berlin veranstalteten wissenschaftlichen Kolloquium „Kapitalismus reloaded. Regime wirtschaftlicher Entwicklung im Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert“. Anlass dafür war der 65. Geburtstag von Rainer Land. Inhaltliches Ziel der Veranstaltung war es, unterschiedliche Regime wirtschaftlicher Entwicklung in Abhängigkeit von gesellschaftlichen Kontexten und politischen Strategien zu analysieren und eine Debatte darüber sowie generell über die Zukunftsfähigkeit des Kapitalismus zu initiieren.

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Berliner Debatte 2 | 2017
Kinderrechte - Menschenrechte
150 Seiten

Ein Versuch zur Befreiung Mandelas

10 Seiten | Autor: Ulrich van der Heyden

Dieser Beitrag beleuchtet den in den 1980er-Jahren unternommenen Versuch, Nelson Mandela aus dem Gefängnis zu befreien und die Rolle, die der „Organisator“ dieses Befreiungsversuchs, der DDR-Rechtsanwalt Wolfgang Vogel (1925–2008), hierbei gespielt hat.

Schlagworte: Mandela | DDR | Apartheid | Sacharow | Südafrika

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Berliner Debatte 2 | 2017
Kinderrechte - Menschenrechte
150 Seiten

Solschenizyns Gulag-Schock

Die Abrechnung der französischen Linksintellektuellen mit Kommunismus und Sowjetunion

14 Seiten | Autor: Ahmet Cavuldak

Als 1974 „Der Archipel GULAG“, das erzählerische Dokumentarwerk Alexander Solschenizyns über die sowjetischen Straflager, in Paris erschien, blieb das nicht ohne Folgen für die intellektuelle Atmosphäre in Frankreich. In diesem Beitrag wird gezeigt, wie zwei französische Linksintellektuelle mit dem Marxismus und der Sowjetunion in literarisch-philosophischer Weise abrechneten: André Glucksmanns und Bernard-Henri Lévys moralisierende „Abrechnungsschriften“ und Pamphlete gelangten in der französischen Öffentlichkeit und teilweise darüber hinaus zu großem Einfluss. Beide Autoren sind keine politischen Denker mit einem analytischen Blick oder gar mit einem systematischen Begründungsanspruch, sondern schriftstellernde Philosophen in der französischen Tradition, die den Marxismus und die Sowjetunion radikal in Frage stellten und letztlich an der Politik schlechthin verzweifelten.

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Berliner Debatte 2 | 2017
Kinderrechte - Menschenrechte
150 Seiten

Dualismen, Dichotomien und Dogmatik

Kritische Anmerkungen zur Debatte über die Begründung der Kinderrechte

13 Seiten | Autor: Nicole Balzer, Johannes Drerup

In Debatten über die (Begründung der) Kinderrechte und den rechtlichen, moralischen und politischen Status von Kindern wird häufig mit überaus scharf konturierten Dualismen und Dichotomien operiert. Hierzu gehören zum einen die Entgegensetzung von partizipativ-emanzipatorischen und paternalistisch orientierten Deutungen der Kinderrechte, zum anderen eine Dualisierung von Ansätzen, die den Konstruktionscharakter von Kindheit(sbildern) betonen, und Ansätzen, die Kindheit als eine anthropologisch verankerte Lebensphase interpretieren. Im Beitrag werden die theoretischen Prämissen dieser tradierten dualistischen Zuordnungslogiken und Begriffspolitiken auf den Prüfstand gestellt. Diese sind, so die leitende These, einer angemessenen Bearbeitung der relevanten kinderrechtlichen Problemvorgaben nicht nur wenig förderlich, sondern sie tragen auch zu einer Verunklarung der theoretischen Frage- und Frontstellungen bei und versperren einen hinreichend differenzierten theoretischen Zugang zu Fragen der Begründung der Kinderrechte.

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Berliner Debatte 2 | 2017
Kinderrechte - Menschenrechte
150 Seiten

Kinderrechte als emanzipatorische Menschenrechte?

Eine Problematisierung der deutschsprachigen Kinderrechtsdebatte

13 Seiten | Autor: Fabian Kessl

Kinderrechte sind Menschenrechte. Diese weithin geteilte Prämisse wird anhand der menschenrechtstheoretischen Differenzierung von affirmativen versus emanzipatorischen Perspektiven, wie sie der Philosoph Christoph Menke vorschlägt, auf ihre konzeptionelle Ausprägungsform hin befragt. Der potenzielle Rechtsträger, historisch symbolisiert in der Figur des Sklaven, sucht nur eine menschenrechtliche Berücksichtigung seiner selbst durch die Herrschenden und keine wirkliche Anerkennung. Das würde nämlich eine Infragestellung der Herr-Knecht-Ordnung selbst nach sich ziehen. Analog und doch auch different zum Sklaven werden innerhalb der Fachdebatten um Kinderrechte Kinder zu potenziellen Rechtsträgern erklärt, denen allerdings im Unterschied zum Sklaven eine konstitutive Vulnerabilität zugeschrieben wird. Die vorgelegte menschenrechtstheoretische Problematisierung wird in diesem Aufsatz um eine zeitdiagnostische Kontextualisierung der jüngsten Konjunktur der Kinderrechtsperspektive ergänzt. Vor diesem Hintergrund lässt sich eine emanzipatorische Ausrichtung von Kinderrechten als Menschenrechten markieren.

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Berliner Debatte 2 | 2017
Kinderrechte - Menschenrechte
150 Seiten

Prekäre Autonomie – Kinderrechte zwischen Selbstbestimmung und Fürsorge

Der Beitrag beschäftigt sich mit dem Spannungsverhältnis zwischen Selbstbestimmung und Fürsorge, das den Diskurs um Kinderrechte bestimmt. Dabei rekonstruieren die Autor_innen die Gegenüberstellung der Forderungen nach gleichberechtigter Partizipation und Teilhabe sowie nach besonderem Schutz und Fürsorge für Kinder nicht nur, sondern hinterfragen diese auf ihre Prämissen. Ausgehend von der These, dass Subjekte als Gesetzgeber und Rechtsanwenderinnen das Recht gestalten, das Recht vice versa ein spezifisches Selbstverhältnis der Rechtsubjekte konstituiert, begreifen wir kindliche Unmündigkeit mitunter als Effekt eines juridischen Autonomieideals. Anhand einer hermeneutischen Analyse geltender Gesetzestexte untersuchen wir, inwiefern das Kindschafts- und Familienrecht auf diesen Sachverhalt Bezug nimmt und ihn gleichzeitig systematisch ausblendet, indem es die kindlichen Interessen und Bedürfnisse naturalisiert. Der Versuch, die Autonomie von Kindern unter Berücksichtigung ihrer besonderen Verletzlichkeit zu garantieren, mündet so in eine einseitige Privilegierung biologischer Elternschaft, wodurch paradoxerweise für Kinder bedeutsame Bindungen bisweilen gefährdet werden.

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Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2017
Kinderrechte - Menschenrechte
150 Seiten