Jürgen Angelow

Befreiung oder Gewalt?

Zum historischen Platz und internationalen Kontext der russischen Revolutionen

6 Seiten | Autor: Jürgen Angelow

Folgenreich und nachhaltig hat der Gewaltfaktor auf die russischen Revolutionen des frühen 20. Jahrhunderts und die nachfolgende Geschichte der UdSSR eingewirkt. Die revolutionären Ereignisse in Russland wurden durch inner- und zwischenstaatliche Gewalthandlungen eingeleitet und maßgeblich beeinflusst. Weder die Revolution von 1905–07 noch die vom Februar 1917 oder die im selben Jahr nachfolgende Oktoberrevolution fanden unter friedlichen internationalen Bedingungen statt. Militärische Auseinandersetzungen haben auch die Existenz der UdSSR begleitet. Doch die Logik der revolutionären Umwälzungen in Russland und die sozialen Entwicklungen der späteren UdSSR sind durch die Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts nicht nur geprägt, sondern auch verzerrt worden. Der von Gewalt geprägte „revolutionäre“ Entwicklungspfad hat sich als ein Irrweg erwiesen.

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Erschienen in
Welttrends 132 | 2017
Russische Revolutionen
72 Seiten

Verdun 1916. Ereignis und Mythos

2 Seiten | Autor: Jürgen Angelow

Kaum ein Ereignis des Ersten Weltkrieges hat sich so stark in unser Bewusstsein eingebrannt wie die Schlacht von Verdun, die vor 100 Jahren, am 21. Februar 1916, begann und am 19. Dezember 1916 endete. Mehr als 700.000 Menschen wurden als Verluste gezählt, ca. 317.000 Soldaten, Deutschen wie Franzosen, kostete die Schlacht das Leben.

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Erschienen in
Welttrends 113 | 2016
Cyberwar
72 Seiten

Die Julikrise von 1914

Konkurrierende Deutungs- und Handlungsebenen

5 Seiten | Autor: Jürgen Angelow

Im Juli 1914 gab sich die europäische Diplomatie gravierenden Täuschungen über die Funktionen und Spielräume des Staatensystems hin. Das hatte schwerwiegende Folgen. Es hatten sich konkurrierende Wahrnehmungs- und Handlungsebenen herausgebildet, die eine Lösung politischer Krisen und strittiger Fragen in den internationalen Beziehungen behinderten. Die Folge war, dass die Politiker aneinander vorbeiredeten und auch -handelten. Zwar existierte noch immer das System der privilegierten fünf, später sechs europäischen Großmächte, das sich seit dem Wiener Kongress (1814/15) oft als Rahmen für Konfliktlösungen erwiesen hatte, doch hatte sich seine Fähigkeit, gefassten Beschlüssen auch Sanktionen folgen zu lassen, nach und nach aufgezehrt. Ob dieses System noch belastbar war, war fraglich. Zeitgemäß war es im Zeitalter der Globalisierung und Demokratisierung jedenfalls nicht mehr. Mittlerweile war das internationale System als eine konkurrierende Handlungsebene entstanden. Die Konfliktlinie verlief nun zwischen der traditionellen, einzelstaatlich basierten Diplomatie der Großmächte sowie einer neuen international verflochtenen und auch gesellschaftlich breiter verankerten Diplomatie.

Schlagworte: Erster Weltkrieg | Krieg | Geschichte

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Erschienen in
Welttrends 96 | 2014
Deutsche Außenpolitik kontrovers
144 Seiten

Das System von 1914

Funktionen und Spielräume

6 Seiten | Autor: Jürgen Angelow

Die zentrale Voraussetzung für das Handeln der verantwortlichen Staatsmänner vom Juli 1914 bestand in ihrer Wahrnehmung des Staatensystems sowie seiner Funktionen und Spielräume. Das europäische Staatensystem der fünf und später sechs Großmächte existierte seit dem Wiener Kongress (1814/15), es hatte viele Veränderungen überstanden, sich oft als Handlungsgrundlage bewährt – zuletzt während der Balkankriege 1912/13 –, aber es war in die Jahre gekommen. Angesichts der Konkurrenz nationaler Imperialismen, sich ausweitender Bündnis- und Blockstrukturen sowie der sich entwickelnden internationalen Handlungsebene mit einer Vielzahl neuer Akteure gab es keine einheitliche Auffassung mehr darüber, wie belastbar es noch war.

Schlagworte: Erster Weltkrieg | Krieg | Geschichte

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Erschienen in
Welttrends 95 | 2014
Die USA und WIR
144 Seiten

Der Kriegsausbruch von 1914

Historiografie und Kriegsschuldfrage

6 Seiten | Autor: Jürgen Angelow

Historiografie und Publizistik haben den Kriegsausbruch von 1914 immer aus unterschiedlichen Blickwinkeln und mit wechselnden Intentionen behandelt. Dabei wurde deutlich, dass sich mit der Überwindung der nationalen Perspektive auf 1914 zugleich auch unser Blick auf die Verantwortlichkeit der einzelnen europäischen Regierungen erweitert hat. Damit ist die Kriegsschuldfrage, die gleich am Anfang der Debatte um 1914 gestanden hatte und gerade nach den Pariser Vorortverträgen instrumentalisiert worden war, eigentlich obsolet geworden und einer Perspektive gewichen, die, frei von tagespolitischen Belastungen, nationalen Feindbildern und Vorurteilen, Schuld und Verantwortung in ihren Verschränkungen mit dem politischen Entscheidungshandeln verdeutlicht und dabei auch die systemischen Voraussetzungen und Folgen in Rechnung stellt.

Schlagworte: Erster Weltkrieg | Krieg | Geschichte

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Erschienen in
Welttrends 94 | 2014
Abgrund Afghanistan
144 Seiten