Kleiner Kommentar zu lrenäus Eibl-Eibesfeldt

2 Seiten | Autor: Ina Merkel

Die Argumentation von Eibl-Eibesfeldt ist nicht mehr ganz frisch: Der Mensch (von ihm in konservativer Tradition natürlich wieder einmal rein männlich gedacht) käme gar nicht als unbeschriebenes Blatt zur Welt und würde alles, was er zum Leben braucht, erst lernen, sondern er verhalte sich genau so, wie es ihm seine in der Urzeit erworbenen Verhaltensdispositionen nahelegen: er jagt und sammelt bzw. in neuzeitlichem Sinne, "er will sich körperlich betätigen und Abenteuer erleben". Da sich aber die von ihm selbst geschaffene kulturelle Umwelt dafür als denkbar ungünstig erweist, greift er zu Ersatzhandlungen, "flüchtet jedes Wochenende in langen Autokolonnen ins Grüne" oder "rast... in Skipisten zu Tal". Alle menschlichen Konflikte ließen sich genau aus dieser Diskrepanz erklären: urzeitliehe biologische Konstitution kontra neuzeitliche kulturelle Zumutungen.

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Erschienen in
Berliner Debatte 4 | 1992
Sozialwissenschaften in Ostdeutschland - Exempel
112 Seiten

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