Die Hirnforschung aus der Sicht von Praktikern

Wie beurteilen Lehrerinnen und Lehrer die pädagogische Relevanz der Hirnforschung?

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Die Erziehungswissenschaft beansprucht traditionell, die Referenzdisziplin der pädagogischen Praxis zu sein. Dies gilt gerade für die institutionellen Ausprägungen dieser Praxis, vor allem für das Schulwesen. Die Erziehungswissenschaft engagiert sich in Forschung und Ausbildung, indem sie Lehrerinnen und Lehrern sowohl Reflexionstheorien als auch Handlungskonzepte bereitstellt. Über diese Orientierungsfunktion bezieht sie einen Großteil ihrer Legitimität. Das Verhältnis von Erziehungswissenschaft und Lehrerschaft ist jedoch kein leichtes. Dies zeigt sich zum einen in kontinuierenden Debatten über das Selbstverständnis der Disziplin als einer ‘praktischen Wissenschaft‘ oder aber ‘Forschungswissenschaft‘. Zum anderen zeigt es sich in wiederkehrenden Legitimationskrisen, denen sich die Erziehungswissenschaft und die Lehrerschaft ausgesetzt sehen. Die letzte dieser Krisen geht zurück auf den „PISA-Schock“ im Jahr 2001. Dieser katapultierte nicht nur Fragen von Schule und Erziehung ins Zentrum des öffentlichen Bewusstseins. Er öffnete zugleich ein Opportunitätsfenster für ein innovatives Feld an Wissenschaften, das sich der Lehrerschaft nunmehr als eine neue, bisher unzureichend wahrgenommene, aber unmittelbar relevante wissenschaftliche Referenzinstanz empfehlen konnte. Die Rede ist von der Hirnforschung bzw. den Neurowissenschaften: Prominente Hirnforscher stellen in Aussicht, auf naturwissenschaftlicher Grundlage pädagogische Prozesse „hirngerecht“ fundieren und dadurch effizienter gestalten zu können als es bisher möglich war.

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