Wolfgang Behringer: Kulturgeschichte des Sports.

Vom antiken Olympia bis zur Gegenwart
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Wolfgang Behringer ist Spezialist für die Geschichte der frühen Neuzeit und dieser Kompetenz verdankt sich der Gewinn dieser ansonsten als „Kulturgeschichte“ sehr problematischen Publikation. Eingerahmt von Kapiteln über „Die Spiele der Antike“ und „Die Turniere des Mittelalters“ einerseits und einem Kapitel über den „Sport in unserer Zeit“ andererseits fasst sie Ergebnisse jüngerer Forschungen über die Zeit von der Mitte des 15. Jahrhunderts bis um 1800 zusammen. Im 15. Jahrhundert sieht Behringer einen Prozess der Sportifizierung militärischer Übungen wie Turniere und Schützenfeste sowie populärer Spiele wie Wettrennen, Ball- und Kampfspiele einsetzen. Dieser sei konvergiert mit neuen Körperauffassungen und -praktiken, einem neuen Freizeitverhalten (vor allem des Adels und des Bürgertums) und einer veränderten Position des Individuums. Sportifizierung betrachtet er als „konstitutiv für die Neuzeit“ und, so die These, als einen noch unabgeschlossenen, die gesamte Gesellschaft erfassenden „Fundamentalprozess der Moderne“. Der Begriff der Sportifizierung „sollte als einer von etwa einem Dutzend Schlüsselbegriffen der Neueren Geschichte verstanden werden, die grundlegende Prozesse der Veränderung beschreiben, wie Disziplinierung, Verrechtlichung, Säkularisierung, Modernisierung, Globalisierung etc.“

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