Gekommen, um zu bleiben: Emotionen in der Philosophie

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Abgesänge sind schnell geschrieben. Inzwischen hält der Trend zur interdisziplinären Emotionsforschung seit mehr als 20 Jahren an, und längst haben sich zahlreiche neuerliche Turns geltend gemacht und um Ressourcen und Aufmerksamkeit beworben – sei es der material turn, der spatial turn, der acoustic turn oder jüngst der design turn, von den ebenfalls bereits Patina ansetzenden iconic und performative turns gar nicht zu reden. Wie es scheint, lässt sich heute kaum noch jemand von den vermeintlich so wichtigen und so lange unverstandenen Einflüssen der Emotionalität auf so ziemlich alle menschlichen Vermögen und Vollzüge beeindrucken – been there, done that. Wenn dann auch noch Großinitiativen wie das Berliner Exzellenzcluster „Languages of Emotion“ ausgerechnet in dem Moment, als ihre Forschungsarbeit erste Ergebnisse zu liefern beginnt, die Förderung verlieren, scheint die Botschaft klar: der Forschungstrend „Emotion“ geht seinem Ende entgegen. Freilich haben es gerade die Kulturwissenschaften in den letzten Jahren zur Meisterschaft im Ausrufen neuer Wenden gebracht, so dass heute kaum noch als ernst zu nehmender Vertreter dieses Fachs gilt, wer nicht einen veritablen turn to XY verkündet und wortreich propagiert hat. Ob diese Hatz nach dem neuesten Schrei der Forschung auch sachlich gebotene Themensetzungen vornimmt, erscheint dabei zunehmend zweifelhaft.

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