Elterliche Erziehungsvorstellungen im Ost-West-Vergleich

14 Seiten | Autor: Marina Hennig

Kindheit zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in den 30er und 60er Jahren war anders als Kindsein heute. Aus zahlreichen Untersuchungen aber auch aus eigenen Studien zu Kindheit und Jugend im 20. Jahrhundert geht hervor, daß sich in diesem relativ kurzen Zeitraum von nur 100 Jahren die Lebensverhältnisse (nicht nur für die Kinder) drastisch verändert haben. Die Sozialisationsbedingungen, die heute die Kindheit prägen, sind in vielerlei Hinsicht andere, als sie es für die Generation der um 1920 oder 1940 Geborenen waren. Denkt man nur an die Veränderungen der räumlichen Umwelt (Stadt- Land-Unterschiede, Verstädterung, Verkehrsentwicklung), der Wohnbedingungen, der materiellen Ausstattung der Haushalte (z.B. Spielzeug, Medien- und Konsumangebot usw.) und der Entwicklung der Alltagsorganisation (veränderte Bildungsbeteiligung, veränderte Schulund Ausbildungszeiten, veränderte Freizeitorganisation und -angebote). Da dies jedoch wenig darüber aussagt, wie sich die sichtbaren Veränderungen in jeweils konkrete Verhaltensstandards und Wertvorstellungen umgesetzt haben, geht es mir in diesem Beitrag vor allem um die folgenden beiden Fragen: welchen Einfluß objektive Bedingungen (d.h. strukturbedingte Faktoren) und die damit verbundene Funktionsweise der Individuen in der Gesellschaftsstruktur auf die Vorstellungen über die Erziehung von Kindern haben, und wie sich dieser Wandel in entsprechend veränderten sozialen Verhaltensvorstellungen als Ausdruck von generationstypischen Sozialcharakteren wiederfinden läßt.

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Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2001
Identitäten: Israel zwischen Postzionismus und Ethnopolitik
128 Seiten

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