Gewalt

Modell für eine konkrete Friedenspolitik?

Zehn Jahre Ottawa-Abkommen zu Antipersonenminen

6 Seiten | Autor: Peter Lock

Ottawa macht Mut, nichts scheint unmöglich. Es hat gezeigt, dass, wenn mandatierte Institutionen versagen, andere gesellschaftliche Formen deren Mandat erfüllen können. Das Ottawa-Abkommen steht noch in der Tradition klassischer Rüstungskontrolle und der Genfer Konventionen. Beide Instrumente gehen davon aus, dass Staaten internationale Abkommen zur Einhegung kriegerischen Handelns schließen und eine weitgehende Einhaltung vereinbarter Normen durchsetzen können. Es gibt noch zahlreiche weitere, zutiefst menschenrechtsverletzende Praktiken und Gewaltmittel, die staatliche Akteure in der Verfolgung legitimer oder vermeintlich legitimer eigener Interessen einsetzen. Wenn dabei voraussehbar unbeteiligte Zivilbevölkerung zu Schaden kommt, besteht unmittelbarer Handlungsbedarf.

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Erschienen in
Welttrends 60 | 2008
Russische Moderne
160 Seiten

Krise in Pakistan

4 Seiten | Autor: Jochen Hippler

Serien von Terroranschlägen in Pakistan, die Kämpfe in den Stammesgebieten, die gewaltsame Erstürmung der „Roten Moschee“ in Islamabad und die Ermordung von Benazir Bhutto haben die Aufmerksamkeit von Politik und Öffentlichkeit auf Pakistan gelenkt, das lange nur am Rande und in Bezug auf Afghanistan wahrgenommen wurde. Aber nicht nur in der journalistischen Berichterstattung,1 sondern selbst in stärker wissenschaftlich ausgerichteten Publikationen kommt es zu Vereinfachungen und Schematisierungen, die unser Verständnis des Landes und seiner Konflikte erschweren. Typisch dafür ist, dass die Konflikte in Pakistan vorwiegend entlang einer Konfliktlinie „säkular/gemäßigt/demokratisch“ versus „radikal/extremistisch/ islamistisch“ diskutiert werden, so etwa durch die International Crisis Group,2 bei Cohen3 oder Rieck.4 Dieser Gegensatz zeichnet sich, insbesondere in westlichen Gesellschaften und nach dem 11. September 2001, durch ein hohes Maß an Plausibilität aus, er wird den Realitäten Pakistans allerdings nicht gerecht.

Schlagworte: Pakistan | Islam | Gewalt

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Erschienen in
Welttrends 58 | 2008
Regionalmacht Iran
160 Seiten

Das Ende des Bürgerkrieges?

Kolumbien unter Präsident Uribe

6 Seiten | Autor: Ralf Juan Leiteritz

An Álvaro Uribe scheiden sich die Geister: Die einen halten den kolumbianischen Präsidenten für eine Art Übermensch, der auf absehbare Zeit unverzichtbar für sein Land ist. Sie sehen im politischen Spektrum Kolumbiens keine Alternative und fordern daher eine dritte Amtszeit Uribes bis zum Jahr 2014. Sein Berater José Obdulio Gaviria bescheinigt ihm gar eine dem normalen Menschen überlegene Intelligenz. Auf der anderen Seite befinden sich jene Beobachter, die Uribe wahlweise als Hardliner, Rechtspopulisten oder gar „rechtsradikal“ (Dario Azzellini), Diktator und „Semi-Faschisten“ (Werner Hörtner) titulieren. Ähnlich wie sein Nachbar Hugo Chávez schafft es Uribe, die Menschen zu polarisieren. Ausgewogene Einschätzungen, die ihn und seine Politik weder über die Maßen glorifizieren noch fundamental verdammen, sind rar gesät. Dieser kurze Beitrag versucht, genau das zu leisten und Uribes Erfolge ebenso wie seine Defizite nüchtern zu beleuchten.

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Erschienen in
Welttrends 61 | 2008
Widerstand und Wandel - Soziale Bewegungen in Süd- und Mittelamerika
144 Seiten

Die Verschwundenen des Spanischen Bürgerkriegs

Zwischen globalen Normen und lokalen Erinnerungsdiskursen

6 Seiten | Autor: Ulrike Capdepón

Die Debatte um die Verschwundenen des Spanischen Bürgerkriegs ist lange nicht beendet. Auch nach der Transition des Landes bleiben etliche Fragen offen und der Staat trägt wenig zu ihrer Aufklärung bei. Die Autorin befasst sich intensiv mit der lokalen Erinnerungskultur Spaniens. Sie analysiert dabei deren Bezug auf internationale Normen und Aufarbeitungserfahrungen in Lateinamerika.

Schlagworte: Spanien | Autoritarismus | Gewalt

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Erschienen in
Welttrends 68 | 2009
NATO in der Sinnkrise
144 Seiten

Zentralamerika: Vom Bürgerkrieg zum Bandenkrieg?

8 Seiten | Autor: Peter Peetz

Gewalt regiert Zentralamerika. Drei Aspekte treten hier besonders hervor: der Drogenhandel, die Gewaltanwendung staatlicher Akteure sowie die von und gegen Jugendbanden. Der Autor zeigt eindringlich, dass die Grenzen zwischen Opfern, Tätern, Sicherheitsproduzenten und Schutzbedürftigen in Zentralamerika zunehmend verschwimmen. Er plädiert für einen neuen Ansatz im Umgang mit den Problemen.

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Erschienen in
Welttrends 69 | 2009
Europäische Brüche
144 Seiten

Jenseits unserer Wahrnehmung

Die vergessenen Konflikte

5 Seiten | Autor: Hans Joachim Gießmann

Gegenwärtig toben an die 40 Kriege und bewaffnete Konflikte in der Welt. Die meisten dieser Krisenherde spielen in den Medien eine untergeordnete Rolle und sind der öffentlichen Wahrnehmung entrückt: Sie werden vergessen. Der Autor diskutiert die Gründe für diese Entrückung: klar und kritisch, pointiert und provozierend.

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Erschienen in
Welttrends 74 | 2010
Vergessene Konflikte
144 Seiten

Frieden im Krieg?

Kolumbien und die Mär vom Postkonflikt

6 Seiten | Autor: Sven Schuster

Seit einem halben Jahrhundert herrscht Krieg in Kolumbien. Obwohl die Regierung einen Teil der bewaffneten Kämpfer demobilisiert hat und von Versöhnung spricht, ist der Gewaltpegel im Land weiterhin hoch. Die sozialen Probleme – die eigentliche Ursache der Gewalt – sind ungelöst. Anstatt jedoch Reformen anzugehen, setzt die politische Führung auf kosmetische Korrekturen.

Schlagworte: Kolumbien | Gewalt | LA

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Erschienen in
Welttrends 73 | 2010
Klima nach Kopenhagen
144 Seiten

Nation Building und Toleranz in Südafrika

Soziokulturelle Ziele der Fußball-WM 2010

5 Seiten | Autor: Norbert Kersting

Die Fußball-WM soll einen Prozess beeinflussen, der auf die Bildung einer nationalen Identität abzielt. In Südafrika ist der Nationalstolz stark ausgeprägt, sinkt aber innerhalb der weißen Bevölkerungsgruppe. Trotz ausländerfreundlicher und panafrikanistischer Politiken ist Fremdenfeindlichkeit gegenüber afrikanischen Ausländern ein latentes Phänomen.

Schlagworte: Südafrika | Rassismus | Gewalt

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Erschienen in
Welttrends 72 | 2010
Südafrika und die Fußball-WM
144 Seiten

Vorsichtig optimistisch

Interview mit Armin Osmanovic

9 Seiten | Autor: Heike Imhof-Rudolph

WeltTrends sprach mit Armin Osmanovic, dem Leiter des Auslandsbüros der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Johannesburg, über Südafrikas Kondition vor der Fußball-Weltmeisterschaft. Die Korrumpierbarkeit der politischen Klasse, die Schwäche des amtierenden Präsidenten Zuma, die prekäre Wirtschaftslage und das Phänomen der Gewalt sind Probleme, die angesichts einer Event-Euphorie nicht übersehen werden dürfen.

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Erschienen in
Welttrends 72 | 2010
Südafrika und die Fußball-WM
144 Seiten

Stabilität und Anarchie

Zur politischen Lage in Südafrika

7 Seiten | Autor: Klaus Freiherr von der Ropp

Dieser Beitrag bietet eine andere Perspektive auf das Austragungsland der WM 2010. Er wiederholt nicht das Mantra, dass alles gut werde, sondern hat den Mut zum Worst-Case- Scenario. Gewiss: Die Sicherheit der Weltmeisterschaft wird zu gewährleisten versucht. Doch die Townships brennen, während in den Stadien privilegierte Fußballfans jubeln. Mit dem Ende der WM wird der Notstand ausgerufen, denn nur so wird sich das Chaos beherrschen lassen.

Schlagworte: Südafrika | Gewalt | Minderheiten

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Erschienen in
Welttrends 72 | 2010
Südafrika und die Fußball-WM
144 Seiten