Sozialismus

Heiner Müller: Macht, Geist & Katastrophengier

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Heftnummer: 
3

Am 30.12.2015 jährt sich Heiner Müllers Todestag zum zwanzigsten Mal. Müllers vornehmlich dramatisches Oeuvre ist genuin politisch. Die DDR und der Kommunismus sind das Material, das er vor menschheitsgeschichtlichem Hintergrund auslotete. Die postmoderne Attitüde wie der ernsthaft dramaturgische Gestus, der auf der Annahme einer qualitativ anderen Zukunft aufruht, sind für die Gegenwart nur in vermittelter Form noch eine Provokation. Müllers Stücke sind gleichwohl weiterhin weltweit auf den Bühnen präsent. Unter den Schlagworten Macht, Geist und Katastrophengier fragen wir im...

Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie neu lesen

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Heftnummer: 
4

<p>Es gibt verschiedene Definitionen eines Klassikers, personen- und werkbezogene, jene zum Beispiel, wonach ein Werk diesen Status erlangt, wenn es nach 50 Jahren noch gedruckt und gelesen wird. Nimmt man diese Bestimmung, dann ist Schumpeters Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie (im Folgenden auch als KSD abgekürzt) zweifellos ein Klassiker. Weitaus skeptischer hat sich Niklas Luhmann zu Klassikern geäußert: Er behauptet, dass der Klassikerstatus sozialwissenschaftlichen Büchern dann verliehen wird, wenn ihre Zeitdiagnose überholt ist und man andere Gründe finden muss, um sich...

Postsowjetische Reflektionen

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Heftnummer: 
6

<p>In Zeitungen und Alltagsgesprächen, auf Meetings und in Versammlungen in Rußland sowie auf dem Territorium der ehemaligen UdSSR, in der GUS sind ständig Reden über den Tod der Kultur zu hören. Sie haben ihren Grund. In der Tat, die traditionellen Formen der Organisation der Kultur und des kulturellen Lebens zerfallen vor unseren Augen. Bibliotheken und Theater fallen im wahrsten Sinne des Wortes auseinander, den Museen fehlt es an Sicherungstechnik, sie werden oft ausgeraubt. Die Filmtheater sind entweder geschlossen oder haben die Preise so hochgesetzt, daß sie für die Mehrheit...

Über die Tragödie des sozialistischen Ideals

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Heftnummer: 
5

<p>Die Oktoberrevolution hatte vor der historischen Aufgabe gestanden, die von Marx vorgedachte Diktatur des Proletariats - die Diktatur der arbeitenden Mehrheit über die ausbeuterische Minderheit - zu errichten: Der Arbeiterstaat sollte den Aufbau der neuen Gesellschaft organisieren und beschirmen. Es waren die russischen Sowjets, die Räte der Arbeiter, Bauern und Soldaten, die die Anfänge des sozialistischen Staates prägten; mit ihrer Verwurzelung in den Massen tendierten sie zu einem höheren Grad der Demokratie. als dies der bürgerliche Parlamentarismus je angestrebt hatte. Hinzu...

Bausteine aus zerbrochenen Träumen

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Heftnummer: 
3

Am 8. Februar dieses Jahres veranstaltete das Haus der Sowjetischen Wissenschaft und Kultur in der Berliner Friedrichstraße ein Podiumsgespräch zum Thema »Philosophie der Erneuerung«. Den Fragen und der Diskussion der den Großen Saal füllenden Interessenten stellten sich Professor Dr. Wiktor Kisseljow, Abteilungsleiter am Institut für die Wirtschaft des sozialistischen Weltsystems in Moskau, und Pfarrer Friedrich Schorlemmer, Dozent am Evangelischen Predigerseminar in Wittenberg und Mitherausgeber unserer Zeitschrift. Das fast dreistündige Gespräch kann hier nur in stark komprimierter Form...

Wieviel Gemeineigentum brauchen wir?

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Heftnummer: 
2

<p>Die gegenwärtige Krise in der DDR führt zunehmend zur Artikulation von Meinungen, die auf den vollständigen Verzicht des Gebrauchs des Wortes Sozialismus zur ideellen Bestimmung der weiteren Perspektive dieses Staates hinauslaufen. Seit Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 mit dem Konsumgüterangebot in Westberlin und Westdeutschand in der sinnlichen Wahrnehmung konfrontiert, entwickeln mehr und mehr Menschen aus der DDR das Gefühl, in der Befriedigung ihrer persönlichen Bedürfnisse zu kurz gekommen zu sein. Und angesichts der Lage in der Volkswirtschaft der DDR sehen sie dann...

Das neue Antlitz des Sozialismus

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Heftnummer: 
1

<p>Von Friedrich Engels stammt der bedeutungsschwere Satz, daß eine gesellschaftliche Klasse, sobald, sie zur Herrschaft gelangt ist, beginnt, "die Gesellschaft nach ihrem Bilde umzugestalten". Das ist in zweierlei Hinsicht zu deuten. Es kann meinen, es gebe nur ein Bild, ein Konzept, dem die soziale Handlung künftig uneingeschränkt zu dienen habe. Und das geht konform mit der bislang geläufigen Deutung dieses Satzes. Unschwer aber erkennt man die zweite mögliche Interpretation: Die Metapher "Bild" steht danach für eine Gesamtheit von im einzelnen recht...

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