Transformation

Ende und Anfang

20 Jahre Transformation in Osteuropa

10 Seiten | Autor: Dieter Segert

Das Jahr 1989 markiert eine Zäsur der osteuropäischen Geschichte. Der Begriff des Systemwechsels rückte ins Zentrum: die Transformation nahm ihren Gang. Der Autor versucht sich an einer Bilanz über soziale, wirtschaftliche und politische Konsequenzen. Seit zwei Jahrzehnten beschäftigt er sich mit der Region und fragt: was können wir im Nachdenken über die Zäsur lernen?

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Erschienen in
Welttrends 69 | 2009
Europäische Brüche
144 Seiten

Kirgisistan im Umbruch

Internationale Hilfe gegen ein zweites Afghanistan

Der Sturz der kirgisischen Regierung im April, die Unruhen im Juni und die Parlamentswahl im Oktober lenkten 2010 mehrfach den internationalen Blick auf ein Land, das inmitten eines autoritären Umfeldes um politische Stabilisierung und Demokratie kämpft. Doch ohne Unterstützung von außen schwindet die Hoffnung, diesen Kampf zu gewinnen. Wenn Kirgisistan nicht zu einem zweiten Afghanistan werden soll, darf es keinesfalls sich selbst überlassen bleiben.

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Erschienen in
Welttrends 75 | 2010
Exit Afghanistan
144 Seiten

Eigenständig und selbstbewusst

Die polnische Außenpolitik

8 Seiten | Autor: Jürgen van Zwoll

Anno 2011 ist Polen ein aufstrebender, stabiler Staat, dessen internationales Ansehen seit dem Ende des Kalten Krieges deutlich gewachsen ist. Der Beitrag skizziert die Entwicklung der polnischen Außenpolitik seit Beginn der 1990er Jahre. Darüber hinaus gibt er einen Überblick über die Grundlinien der internationalen Politik des heutigen Polens.

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Erschienen in
Welttrends 78 | 2011
Polen regiert Europa
144 Seiten

Der arabische Frühling

Das Ende autoritärer Herrschaft?

10 Seiten | Autor: Oliver Schlumberger

Mit dem arabischen Frühling stiegen die Erwartungen an ein neues demokratisches Zeitalter. Einmal mehr wurde weit über die Forschung hinaus das gängige Transitionsparadigma bemüht. Doch welche herrschaftspolitischen Veränderungen haben die Massenrevolten des Vorderen Orients tatsächlich bewirkt? Im Beitrag werden die rasanten Ereignisse in den Kontext der regionalen Autoritarismusforschung gestellt und bisherige Konzepte neu hinterfragt.

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Erschienen in
Welttrends 82 | 2012
Autoritarismus Global
144 Seiten

Jenseits des Neoliberalismus

Brasilien im 21. Jahrhundert

9 Seiten | Autor: Joachim Wahl

Der grüne Riese – er ist ein Land der Widersprüche. Dem steilen Aufstieg Brasiliens zur Wirtschaftsmacht stehen prekäre Lebensbedingungen großer Teile der Gesellschaft gegenüber. Gegen eine rigide neoliberale Politik formierte sich gesellschaftlicher Widerstand, der im neuen Jahrtausend auf eine linke Alternative setzt. Der Autor zeigt Chancen und Grenzen der neuen Mitte-links-Regierungen auf und gibt Einblick in die postneoliberale Ära.

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Erschienen in
Welttrends 85 | 2012
Brasilien – Land der Gegensätze
144 Seiten

Realitäten zur Kenntnis nehmen

Eine Meinung aus Zentralasien

4 Seiten | Autor: Ainura Asakeyeva

Als Mensch, der durch Herkunft und Studium den postsowjetischen Raum gut kennt und durch seine Arbeit die westliche Lebens- und Sichtweise kennengelernt hat, stelle ich stets fest, dass es viele Defizite, oft sogar Missverständnisse zwischen beiden Seiten gibt. Für außerordentlich wichtig halte ich deshalb die Förderung und Erweiterung des Dialogs und die Suche nach Gemeinsamkeiten. Im Vordergrund muss gegenseitige Achtung und die gemeinsame Bewältigung globaler Probleme stehen, nicht ein „Demokratieexport“ (den auch Heinz Theisen kritisch sieht), der, ohne die einheimische Gesellschaft und ihre Mentalität zu kennen, oppositionelle Kräfte radikalisiert und zu Instabilität beiträgt. Vielmehr ist es nötig, den Dialog zwischen Opposition und Macht im postsowjetischen Raum und in anderen Ländern zu fördern, ohne sich in innere Angelegenheiten der Staaten einzumischen. Jeder, der aus dem Westen kommt, sollte nicht vergessen, dass es auch auf der internationalen Ebene um liberale Werte gehen muss. Jedes Land hat seine eigene Geschichte, Kultur und nationalen Traditionen, aber auch unterschiedliche politische Strömungen.

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Erschienen in
Welttrends 90 | 2013
Türkei offensiv
144 Seiten

Wider den westlichen Sonderweg

Globaler Melting Pot statt Clash of C ivilizations

5 Seiten | Autor: Sibylle Tönnies

Müssen wir die demokratischen Bewegungen, die die Diktaturen der islamischen Welt abschütteln wollen, aus weltanschaulichen Gründen unterstützen? Dies ist, beispielhaft zugespitzt, die Frage, die sich Theisen stellt – und er sagt Nein! Dabei bewegt er sich in der Polarität zwischen Interventionismus oder Isolationismus, Verantwortungsethik oder Realpolitik. Sie beherrschte schon vor 3.000 Jahren die Diskussion, als sich im Peloponnesischen Krieg die Städte gegen Athen auf die Seite des reaktionären Sparta stellten, obwohl sie eigentlich genau wie Athen stolz darauf waren, sich demokratisch selbst zu regieren. Muss man seinen ideologischen Gesinnungsgenossen militärisch beistehen, war – mit umgekehrtem politischen Vorzeichen – ebenfalls eine brennende Frage, als Preußen 1866 das revolutionäre Italien gegen das monarchisch regierte Österreich unterstützte. Damit wurde die Heilige Allianz gesprengt, die ein beinahe religiös motiviertes Bollwerk gegen die Demokratie gewesen war. „Wir haben keines Richteramtes zu walten, sondern deutsche Politik zu treiben“, sagte Bismarck damals zu König Wilhelm I. Man spricht seitdem von Realpolitik. Appeasement wurde das Arrangement genannt, als sich die Westmächte 1938 in München aus realpolitischen Gründen mit Hitler einigten, obwohl sie sehen konnten, wie bedenklich unmoralisch er war.

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Welttrends 90 | 2013
Türkei offensiv
144 Seiten

Selbstbegrenzung und Selbstbehauptung des Westens

6 Seiten | Autor: Heinz Theisen

Lange vor Samuel Huntington hat der Ethnologe Claude Lévi- Strauss zunehmende Kämpfe zwischen den Kulturen vorhergesehen. Gegenseitige Toleranz sei theoretisch möglich, jedoch nur unter den Bedingungen „relativer Gleichheit“ und „hinreichender Distanz“. Beide Bedingungen sah er am Ende seines Lebens insbesondere hinsichtlich der westlichen und der islamischen Welt als nicht gegeben an. Jede dieser Kulturen enthalte eine Eigenlogik und Selbstbewertung, die sich durch die Nähe der anderen Kultur bedroht fühle. Seine düstere Prognose lautet: Da es unmöglich sei, sich mit anderen zu vermengen und gleichzeitig mit sich identisch zu bleiben, da der Mechanismus gegenseitiger Abstoßung nicht außer Kraft zu setzen ist und Vermengungen der Kulturen schon aus demografischen Gründen zunehmen, stehen uns interkulturelle Feindschaften ins Haus, wie es sie bislang nicht gegeben hat. Die offenkundige Unlösbarkeit der Kulturkonflikte im Nahen Osten schwebt wie ein düsteres Menetekel über einem Europa, das sich durch demografische Veränderungen auf dem Weg zu einem multikulturellen Kontinent befindet.

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Welttrends 89 | 2013
Russland und Wir
144 Seiten

Von scharfen und unschar fen Grenzen

Europa gehört nicht zu Afghanistan

4 Seiten | Autor: Christoph Sebastian Widdau

Eingedenk des kulturalistischen Paradigmas von Lévi-Strauss und Huntington sowie der Ablehnung von westlichem Interventionismus und EU-Erweiterungspolitik spricht sich Theisen in seinem Beitrag „Selbstbegrenzung und Selbstbehauptung des Westens“ für dessen geordneten Rückzug angesichts sich abzeichnender weltpolitischer Konfliktlinien, die letztlich als kulturelle zu begreifen seien, aus. Der Beitrag kann als Appell an die Politikelite des Westens interpretiert werden, sich in vernünftiger Selbstbestimmung realpolitisch zu orientieren, um sich im Weltgefüge nicht vollends zu entmachten. Selbstbescheidenheit sei angezeigt. Der Versuch, eigene kulturelle Werte zu exportieren, sei gescheitert. Meine Absicht besteht weder darin, der Politikelite des Westens zu raten, sich dem Appell zu fügen, noch darin, ihr zu raten, sich dem Appell zu verweigern. Angesichts der Brisanz des Appells gilt es zunächst, sich der Bedingungen der Entscheidungsfindung behutsam zu vergewissern. Insofern werde ich in einem ersten Schritt einem Herkunftssinn des Begriffs Replik zu entsprechen suchen: Theisens Argument gegen den westlichen Kulturexport soll auf seine wesentlichen Punkte gebracht und wieder aufgerollt werden. Die möglichst präzise Kenntnis eines appellativ forcierten Arguments ist notwendig, um ihm folgen oder nicht folgen zu können – nicht nur „logisch“, sondern eventuell auch praktisch. In einem zweiten Schritt schließen sich Fragen zu einem Problem an, das in dem Argument besteht und das ich mit dem Begriff des Doppelschnellschusses bzw. Doppelschnellschlusses fasse.

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Erschienen in
Welttrends 89 | 2013
Russland und Wir
144 Seiten

Nicht Opfer, sondern Gestalter

Wie der Westen die Zukunft gewinnen k ann

4 Seiten | Autor: Werner Weidenfeld

Eine neue weltpolitische Epoche beginnt nicht über Nacht von einem Tag auf den anderen – auch nicht durch ein Fingerschnippen eines US-amerikanischen Präsidenten oder ein Strategiepapier des Planungsstabes im State Department in Washington. Eine neue weltpolitische Architektur bedarf der mittelfristigen Vorbereitungs- und Inaugurationsphase politisch- kultureller, sicherheitspolitischer und ökonomischer Art. So war es bei der Ära des Nationalstaates, beim Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Übergang zum Ost-West-Konflikt ebenso wie beim Ende des weltpolitischen Antagonismus und so ist es auch heute. Also fahnden wir nicht nach einem spezifischen Wahlkampfauftritt oder einem spezifischen Interview Barack Obamas, einer Rede von Mario Draghi, einer Erklärung von Angela Merkel, sondern nach den großen Gewichtsverschiebungen weltpolitischer Perspektiven.

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Erschienen in
Welttrends 89 | 2013
Russland und Wir
144 Seiten