Soziologie

Eine feministische karnale Soziologie?

7 Seiten | Autor: Victoria Pitts-Taylor

Victoria Pitts-Taylor unterzieht Wacquants karnale Soziologie einer Kritik aus feministischer Perspektive. Sie weist darauf hin, dass feministisches Denken und Forschen schon lange Wacquants Forderungen nach Embodiment umsetzt. Sie kritisiert, dass Wacquant diese Forschungen in seinen Ausführungen übergeht, und arbeitet seine Übereinstimmungen mit feministischen Ansätzen bei der Ablehnung des Körper-Geist-Dualismus und bei der Betonung des körperlichen Aspekts von Denken und Erfahren heraus. Dabei hebt sie die Impulse von Neurokognitionsforschung und naturalisierter Philosophie hervor, die sowohl für Wacquant als auch für die feministische Forschung eine wichtige Grundlage lieferten.

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Erschienen in
Berliner Debatte 3 | 2015
Heiner Müller: Macht, Geist & Katastrophengier
152 Seiten

Fleisch und Blut. Loïc Wacquants karnale Soziologie

Die Beiträge des Nebenschwerpunktes zum Vorzugspreis - Loïc Wacquants Forschungsprogramm einer „karnalen Soziologie“ in der Diskussion

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Erschienen in
Berliner Debatte 3 | 2015
Heiner Müller: Macht, Geist & Katastrophengier
152 Seiten

Die Grenzen der Zivilgesellschaft

Perspektiven der soziologischen Forschung

13 Seiten | Autor: Thomas Laux

Zivilgesellschaft ist ein problematisches und viel strapaziertes Konzept. Problematisch ist es vor allem aufgrund seiner Idealisierung. Die Zivilgesellschaft gewährleiste gesellschaftliche Pluralität, verhindere ein „Macht- und Wahrheitsmonopol“ des Staates und schütze vor einer „atomisierten Gesellschaft“. Dies führt zu politischen Anrufungen der Zivilgesellschaft als „Allheilmittel“ für gesellschaftliche Probleme. Die Idealisierung geht mit der Engführung des Konzepts einher, sodass ambivalente Prozesse und Akteure der Zivilgesellschaft nicht erfasst werden. Das Zivilgesellschaftskonzept spiegelt, so wird hier angenommen, „westliche“ Vorstellungen der Gesellschaftsordnung wider, die dessen Anwendung erschwert. Davon ausgehend wird hier die These diskutiert, ob und in welcher Form die konzeptionelle Engführung von Zivilgesellschaft, beruhend auf dessen europäischer und nordamerikanischer Provenienz, die Forschung einschränkt, sodass „unzivile“ Aspekte der Zivilgesellschaft bzw. des zivilgesellschaftlichen Handelns ausgeschlossen werden. Somit sind die Grenzen des Zivilgesellschaftskonzepts zu prüfen, um seine Anwendbarkeit zu bestimmen. In ähnlicher Absicht rekonstruiert Heins die „begriffslosen[…] Floskeln“ der Zivilgesellschaft anhand ihrer „Kontrastphänomene“. Folgend wird zunächst die Kritik am Zivilgesellschaftskonzept anhand des Phänomens der Gewalt und der Bedeutung familialer Strukturen überprüft. Nachdem die Grenzen des gängigen limitierten Konzepts skizziert worden sind, werden Alexanders Zivilgesellschaftstheorie und der CIVICUS Civil Society Index als Perspektiven einer nicht normativ eingeschränkten Zivilgesellschaftsforschung vorgestellt.

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Erschienen in
Kultursoziologie 2 | 2015
Eurozentrismus der Soziologie?
108 Seiten

WeltTrends Lehrtexte 19 | 2013

Wiedergelesen

ISBN 978-3-941880-69-6 | ISSN 1861-5139 | 131 Seiten

Berühmte Bücher der Politologie und der Soziologie sowie schätzenswerte sozialwissenschaftliche Raritäten stehen im Mittelpunkt des Sammelbandes: Aus Regalen wurden sie herausgefischt, abgestaubt und in aktuellem Interesse gelesen – wiedergelesen. Besprochen werden Bücher von Ernst Fraenkel, Juan Linz, Niccolò Machiavelli, Seymour Lipset, Samuel Huntington, Edmund Burke, Thomas Paine, Max Scheler, Georg Simmel, Max Weber, Raymond Aron, Kenneth Waltz u.v.a.

Produkte als Botschaften und deren Bewerbung als lächelndes Aas

Soziokulturelle Implikationen der (Plakat-)Werbung

15 Seiten | Autor: Ronald Ivancic

Plakatwerbungen sind als eine der ältesten Formen der Marketingkommunikation zu nennen, prägen unsere Stadtbilder, regen zum Kauf an, induzieren öffentliche Diskurse, polarisieren und mobilisieren. Im Zentrum des Beitrages steht das Werk »Produkte als Botschaften« von Helene Karmasin, das über 15 Jahre nach seiner Erstauflage nicht an Relevanz eingebüßt hat, vielmehr als aktueller denn je bezeichnet werden kann. Dabei werden insbesondere Implikationen für die Werbeindustrie im Allgemeinen als auch für die Plakatwerbung im Besonderen hervorgehoben und kritisch reflektiert. Werbung ist in diesem Kontext primär als Mittler, als Medium, zu betrachten, mit dem Bedeutungen des Produkts (Teil-)Öffentlichkeiten vermittelt werden. Konfrontiert werden die Ausführungen Karmasins mit Gedanken des Fotografen Oliviero Toscani, der in den 1990er-Jahren durch seine kontrovers diskutierten und umstrittenen Plakatkampagnen für die Modemarke Benetton bekannt geworden ist. In seinem Werk »Die Werbung ist ein lächelndes Aas« geht er mit der Branche hart ins Gericht. Im Zusammenhang mit seinen Kampagnen wurde oftmals und zutreffend der Begriff Schockwerbung verwendet, welchen er selbst eher im Feld der Kunst verortet und von der restlichen Werbeindustrie, die er verdammt, abgrenzt.

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Erschienen in
Kultursoziologie 1 | 2015
Die Renaissance
108 Seiten

Alfred von Martin: Soziologie der Renaissance

Zur Physiognomik und Rhythmik bürgerlicher Kultur

5 Seiten | Autor: Wolfgang Geier

Alfred von Martin (1882–1979) widmete seine titelgebende und folgend zitierte Studie „Karl Mannheim, dem Meister historisch-soziologischen Forschens und Denkens“, wie es im Vorspruch heißt. Im Vorwort erklärt Martin: „Die vorliegende Arbeit verdankt ihre Entstehung einer […] Aufforderung des Berliner Soziologen Alfred Vierkandt, für sein ‚Handwörterbuch der Soziologie‘ den Mittelalter- und Renaissance-Artikel zu übernehmen“ (S. V). Er erklärt dann die verschiedenen Fassungen des Textes sowohl für das »Wörterbuch« als auch für das »Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik« (1903–1933). Bezüge auf Martin enthalten einige in ihrer Zeit und Anlage einmalige Publikationen, so das von Vierkandt herausgegebene »Handwörterbuch der Soziologie« (Stuttgart 1932, rd. 700 Seiten), das von Gottfried Eisermann herausgegebene Buch »Gegenwartsprobleme der Soziologie. Vierkandt zum 80. Geburtstag « (Potsdam 19492) und das von Werner Ziegenfuß herausgegebene »Handbuch der Soziologie« (Stuttgart 1956, 1243 Seiten).

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Erschienen in
Kultursoziologie 1 | 2015
Die Renaissance
108 Seiten

Kultursoziologie (III)

Vergessene Programme – Defizite – Desiderate

18 Seiten | Autor: Wolfgang Geier

Die »Kultursoziologie« ist die einzige deutschsprachige Zeitschrift, mit der seit über zwei Jahrzehnten versucht wird, Defizite in der soziologischen Publizistik wenigstens zu verringern, ohne das gesamte Feld der Kultursoziologie erfassen zu können. Weil diese jedoch in Soziologie- Publikationen oft nur randständig erscheint, sollte wenigstens die Aufmerksamkeit des Fachpublikums und einer interessierten Öffentlichkeit mit Veröffentlichungen in dieser Zeitschrift wieder mehr auf kultursoziologische Methoden, Instrumentarien, Forschungsfelder und -ergebnisse, auf disziplinäre Konzepte und Programme, Probleme und Profile gelenkt werden. Dabei ist zu bedenken, dass Kultursoziologie manchmal nur in Gestalt von Kunstsoziologien (-literatur, -musik, -theater usw.), dann in eigenartigen alltagskulturellen Auflösungen oder merkwürdigen Komposita erscheint. In wieder anderen wird sie nicht als selbständige Disziplin oder nur als Anhängsel beliebiger, gelegentlich fragwürdiger sozialwissenschaftlicher Auffassungen verstanden. Kultursoziologie erscheint in universitären Curricula nicht selbstverständlich als wesentlicher Bestandteil soziologischer Lehre und Forschung, in manchen Studiengängen fehlt sie, in anderen gibt es sie als „Soziologie von irgendwas“, teilweise verbunden mit Begriffen, die etwas „Kulturelles“ oder „Künstlerisches“ ausdrücken sollen. Dies ist die unbefriedigende Lage des Fachs, sofern es als solches angesehen und behandelt wird.

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Erschienen in
Kultursoziologie 3 | 2014
Vergessene Programme
110 Seiten

Kultursoziologie 1 | 2015

Die Renaissance

ISSN 0944-8101 | 108 Seiten

Die Gesamtwirkung der Renaissance in der europäischen Sozial- und Kulturgeschichte ist derart umfassend, tiefgreifend und weitreichend, dass sie die Geschichtsschreibung seit Jahrhunderten beschäftigt. Für die Kultursoziologie ist sie seit etwa 100 Jahren Gegenstand spezieller Studien. Im Thema werden Werke prägender Denker und Erforscher der Renaissance in Erinnerung gerufen: Jacob Burckhardt, Peter Burke, Giorgio Vasari, Alfred von Martin, Giovanni PicoDie Gesamtwirkung der Renaissance in der europäischen Sozial- und Kulturgeschichte ist derart umfassend, tiefgreifend und weitreichend, dass sie die Geschichtsschreibung seit Jahrhunderten beschäftigt. Für die Kultursoziologie ist sie seit etwa 100 Jahren Gegenstand spezieller Studien. Im Thema werden Werke prägender Denker und Erforscher der Renaissance in Erinnerung gerufen: Jacob Burckhardt, Peter Burke, Giorgio Vasari, Alfred von Martin, Giovanni Pico della Mirandola und Lucien Febvre. della Mirandola und Lucien Febvre.

Inhalt

Rezensionen

5 Seiten | Autor: Ulrich Busch, Thomas Möbius

(1) Charles Péguy: Das Geld. Rezensiert von Ulrich Busch; (2) Mathias Lindenau, Marcel Meier Kressig (Hg.): Miteinander Leben. Rezensiert von Thomas Möbius

Schlagworte: Geld | Soziologie | Sozialtheorie

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Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2017
Kinderrechte - Menschenrechte
150 Seiten

Kein Ende in Sicht

Über die Notwendigkeit einer Synthese von marxistischer Theorie, weberianischer Soziologie und Sozialkonstruktivismus

25 Seiten | Autor: Gerhard Steingress

Der Titel dieses Beitrages spiegelt meinen beruflichen Werdegang wider, der vor fast 40 Jahren in einem akademischen Klima begann, das von einer lebendigen Debatte über theoretische und methodologische Grundlagen der Soziologie geprägt war. Als in den Diskurs Eingebundener wurde ich, gemeinsam mit einer ganzen Generation von Soziologen, mit einer doppelten Herausforderung konfrontiert: Einerseits mussten wir zugunsten einer der dominanten soziologischen Strömungen – sozialwissenschaftlicher Empirismus, Strukturfunktionalismus sowie Marxismus bzw. Neomarxismus der Frankfurter Schule – Position beziehen. Andererseits verlangte es uns die theoretisch-methodologische Breite ab, die soziologischen Schulen zu verinnerlichen und ihre Differenzen, Lücken und Inkompatibilitäten auszuloten. Wir verstanden die Soziologie sowohl als wissenschaftliche Kritik an der Gesellschaft, in der wir lebten, als auch als selbstkritische Wissenschaft von der Gesellschaft. Diese gewollt zweigleisige akademische Herangehensweise hatte ungewollte (und daher soziologisch interessante) Auswirkungen: Uns wurde klar, dass wir es mit verschiedenen Ansätzen zu tun hatten, von denen jeder jeweils andere Aspekte derselben sozialen Realität enthüllte.

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Erschienen in
Kultursoziologie 2 | 2014
Kulturzeitalter
110 Seiten