Gesellschaft

Eine Gesellschaftsstruktur am Rande der Vorstellbarkeit: das Borg-Kollektiv

24 Seiten | Autor: Paolo Raile

Das Borg-Kollektiv stellt, als Dystopie im Rahmen der Science-Fiction-Reihe Star Trek, eine extreme Gesellschaftsform dar, die durch das Auslöschen oder massive Unterdrücken jedweder Individualität gekennzeichnet ist. Als Kollektiv mit vollkommener Gleichschaltung aller Mitglieder agieren sie wie eine einzige Lebensform. Dieser Artikel widmet sich der ausführlichen Analyse dieser Gesellschafts- und Organisationsform am Rande der Vorstellbarkeit.

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Erschienen in
Kultursoziologie 2 | 2017
Geschichte der Soziologie
112 Seiten

The Walking Dead

Krisenexperiment mit Offenbarungscharakter

15 Seiten | Autor: Peter Bescherer

Kino und Fernsehen sind nicht nur Abbild, sondern auch Teil sozialer Wirklichkeit. In diesem Sinne analysiert der Beitrag die Serie The Walking Dead (TWD), die seit 2010 beim USKabelsender AMC ausgestrahlt wird, als Beitrag zur gesellschaftlichen Selbstverständigung und fokussiert dabei auf die in der Serie offenbarten gesellschaftlichen Phänomene: Krisen, Ängste, Unsicherheit, Katastrophen und die Stabilität der sozialen Ordnung. Dabei wird die These diskutiert, ob der massenmediale Erfolg einer Zombie-Serie als kritische, aber folgenlosen Einsicht in die zerstörerischen Grundlagen unseres Gesellschaftsmodells interpretiert werden kann.

Schlagworte: Krisen | Gesellschaft | Massen

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Erschienen in
Kultursoziologie 2 | 2017
Geschichte der Soziologie
112 Seiten

„Kapitalismus reloaded“

Dokumentation eines Kolloquiums

3 Seiten | Autor: Benjamin Sonntag

Am Kapitalismus als Begriff und als Gesellschaftsformation scheiden sich die Geister. Sie taten es auch am 22. April 2017 auf dem von Berliner Debatte Initial und der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Max-Lingner-Haus in Berlin veranstalteten wissenschaftlichen Kolloquium „Kapitalismus reloaded. Regime wirtschaftlicher Entwicklung im Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert“. Anlass dafür war der 65. Geburtstag von Rainer Land. Inhaltliches Ziel der Veranstaltung war es, unterschiedliche Regime wirtschaftlicher Entwicklung in Abhängigkeit von gesellschaftlichen Kontexten und politischen Strategien zu analysieren und eine Debatte darüber sowie generell über die Zukunftsfähigkeit des Kapitalismus zu initiieren.

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Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2017
Kinderrechte - Menschenrechte
150 Seiten

Was ist und was soll Kulturkritik?

Eine Einführung

Kulturkritik ist allgemein zu begreifen als eine diagnostisch und therapeutisch motivierte Beurteilung von menschlichen Gesellschaften, Gemeinschaften und Gruppen. Kultur ist dabei sowohl der normative Standpunkt der Kritik an diesen Einheiten – die gemäß diesem Standpunkt als noch nicht oder als wieder nicht kultiviert auszuzeichnen sind – als auch das Objekt, auf das sich Kritik bezieht – die verkommene Gegenwartskultur dieser Einheiten vs. eine „Idealkultur“. Kulturkritik hat ihren Ursprung in einer exklusivierenden Distinktionstechnik elitärer oder sich selbst als elitär verstehender Zirkel, die den aktuell gegebenen und sich fortan abzeichnenden Abfall von einem Kulturideal beklagen. Deren Mitglieder können sich folgend kritisch, auch herablassend über „die anderen“ äußern und führen Unterscheidungen wie eigen vs. fremd ein, um das aus ihrer Sicht eigentlich Kultivierte, das perspektivisch bestimmte Hochkulturelle hervorzuheben – und das andere, Massenkulturelle bzw. Populärkulturelle, zu ächten. Dafür suchen sie Kultur von als schädlich erachteten Einflüssen und Erträgen zu reinigen und von Verdorbenem zu befreien. Dies tun sie, ohne sich selbst von dem Kritisierten schlechthin absondern zu können, wie Adorno bemerkt: „Dem Kulturkritiker paßt die Kultur nicht, der einzig er das Unbehagen an ihr verdankt. Er redet, als verträte er sei’s ungeschmälerte Natur, sei’s einen höheren geschichtlichen Zustand, und ist doch notwendig vom gleichen Wesen wie das, worüber er sich erhaben dünkt.“ Angesichts ihrer elitären oder vermeintlich elitären, somit einer minderheitlichen Herkunft überrascht es nicht, dass Kulturkritiken oft keine starke Mobilisierungskraft auf Mehrheiten entfalten; zumindest qua Definition und anfänglich.

Schlagworte: Kulturkritik | Gesellschaft | Politik

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Erschienen in
Kultursoziologie 1 | 2017
Kulturkritik
122 Seiten

Kultursoziologie 1 | 2017

Kulturkritik

ISBN 978-3-945878-50-7 | ISSN 0944-8101 | 122 Seiten

Kulturkritik ist als eine diagnostisch und therapeutisch motivierte Beurteilung von menschlichen Gesellschaften, Gemeinschaften und Gruppen zu begreifen. Eingedenk dieser allgemeinen, präzisionsbedürftigen Bestimmung ist zu ergründen, worauf sich derlei Kritik genau beziehen kann und woraus sie ihre Geltung speist. Mit einem Call for Papers rief die Kultursoziologie auf, sich mit dem Status quo und mit Fällen gegenwärtiger Kulturkritik auseinanderzusetzen. Die hiermit vorliegenden Beiträge belegen die Lebendigkeit und Mannigfaltigkeit dieses Themas.

Inhalt

Big Data: Informatisierung der Gesellschaft 4.0

10 Seiten | Autor: Jan-Felix Schrape

Der Beitrag gibt einen Überblick über vier Phasen der Informatisierung der Gesellschaft seit der Etablierung der ersten digitalen Computer, die von intensiven Diskussionen um die anwachsenden Daten- und Informationsfluten begleitet worden sind. Dabei zeigt sich, dass sich im aktuellen Diskurs um „Big Data“ viele der dystopischen und utopischen Erwartungen widerspiegeln, die bereits ab den 1960er-Jahren mit Computern und digitale Massendaten verknüpft wurden – von der Angst vor einem Totalverlust der Privatsphäre bis hin zu vielfältigen Hoffnungen auf Demokratisierung und Dezentralisierung. Angesichts dieser Kontinuitäten bleibt ein synthetisierender sozialwissenschaftlicher Blick unabdingbar, um den gegenwärtigen Wandel kritisch beobachten und Technikphantasmen entzaubern zu können.

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Erschienen in
Berliner Debatte 4 | 2016
Big Data als Theorieersatz
146 Seiten

Eine Soziologie der Drohne

14 Seiten | Autor: Ina Wiesner

Die derzeit geführten fachwissenschaftlichen und öffentlichen Diskurse über Kampfdrohnen bedienen sich vor allem technischer, strategischer, völkerrechtlicher und ethischer Argumente. Noch schweigen Soziologen zu diesem Thema. Dabei können soziologische Analysen zu den Einflussfaktoren auf die Entwicklung und den Einsatz von Kampfdrohnen die Debatte ebenso bereichern wie Betrachtungen über die Auswirkungen von Kampfdrohneneinsätzen auf Individuen, Organisationen und Gesellschaften. Ina Wiesners Beitrag bietet eine umfassende Diskussion der soziologischen Aspekte von Kampfdrohnen. Dies ist nicht nur angebracht vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Praxis der gezielten Tötungen, sondern auch, weil Drohnen als ein Zwischenschritt zu autonomen offensiven Kampfsystemen erscheinen, die die Art des Krieges in der Zukunft verändern werden.

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Erschienen in
Berliner Debatte 3 | 2016
Leben mit der Krise
160 Seiten

Nach ‘All the World’s Futures‘

Überlegungen zur Kunstbiennale in Venedig

4 Seiten | Autor: Gerd-Rüdiger Hoffmann

Die 57. Esposizione Internazionale d’Arte della Biennale di Venezia, wie die Kunstbiennale Venedig offiziell heißt, wird 2017 von der Chefkuratorin des Pariser Centre Pompidou, Christine Macel, kuratiert. Das französische Nachrichtenmagazin L’Express nahm die Kunsthistorikerin im Mai 2011 in die Liste der weltweit 20 einflussreichsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunst auf.

Schlagworte: Biennale | Kunst | Gesellschaft

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Erschienen in
Welttrends 115 | 2016
Lateinamerikas Linke im Abschwung?
72 Seiten

WeltTrends Lehrtexte 7 | 2006

Politische Regime im Nahen und Mittleren Osten

Herausgeber: Renate Schmidt

ISBN 978-3-939469-08-7 | ISSN 1861-5139 | 160 Seiten

Im Text werden die politischen Systeme von Ägypten, Iran, Jemen, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten beleuchtet. Kurze historische Angaben leiten den jeweiligen Länderteil ein. Anschließend werden Verfassung, Parlament, Staatsoberhaupt, Gesetzgebung, Wahlsystem, Partizipation sowie kommunale / lokale Strukturen vorgestellt. Hierzu wird oft auf Grafiken, Karten und Statistiken zurückgegriffen, die einen allgemeinen Überblick ermöglichen. Ebenso erfährt der Leser interessante Besonderheiten einiger Länder.

Die neue Umverteilung und das Dilemma des Sozialstaats

15 Seiten | Autor: Helga Schultz

Die Geschichte der sozialen Ungleichheit und des Sozialstaates standen in einem engen Zusammenhang. Der Sozialstaat bildete sich heraus infolge des „Europäischen Suizids“ im ersten Weltkrieg, in dessen Gefolge das Kapital entschieden geschwächt wurde und sozialistische Parteien an die Regierung kamen. Die sozialstaatliche Transformation des Kapitalismus war wesentlich für den Abbau der sozialen Ungleichheit und etablierte mit den politischen auch die sozialen Bürgerrechte der lohnabhängigen Schichten. Seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts gewannen in einer neoliberalen, postmodernen Wende gegenläufige Prozesse die Oberhand. Das Kapital feierte auf Kosten der Arbeit einen beispiellosen Wideraufstieg, die soziale Ungleichheit nahm Ausmaße an, wie sie um die Wende des 19. Jahrhunderts geherrscht hatten, und der Sozialstaat wurde zum Fürsorgestaat geschrumpft. Diese Wende gefährdet die sozialen und die politischen Bürgerrechte und höhlt die Demokratie aus. Nicht eine auf individuelle Verantwortung gegründete Zivilgesellschaft, sondern der auf Abbau von Ungleichheit gerichtete Sozialstaat wäre das Gegenmittel, ein Sozialstaat, der dem sozialen Strukturwandel und den übernationalen Integrationsprozessen Rechnung trägt.

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Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2015
25 Jahre Deutsche Einheit: Ostdeutschlands fragmentierte Integration
146 Seiten