wirtschaftliche Stagnation

Säkulare Stagnation oder Stagnationspolitik?

Eine post-steindlsche Sicht

11 Seiten | Autor: Eckhard Hein

Die aktuelle Debatte über die säkulare Stagnation leidet unter Unklarheiten und theoretischen Defiziten. Das gleiche gilt auch für die wirtschaftspolitischen Implikationen. In diesem Aufsatz wird daher eine alternative, auf den Werken von Josef Steindl basierende Sichtweise auf Stagnationstendenzen verfolgt. Insbesondere Steindls „Maturity and Stagnation in American Capitalism“ (1952) kann als Pionierarbeit hinsichtlich ökonomischer Stagnation im modernen Kapitalismus gelten. Steindl sieht die Ursache für Stagnation darin, dass moderne kapitalistische Ökonomien sich Beschränkungen der aggregierten Nachfrage gegenübersehen. Ersparnis und Investitionen passen sich dabei langfristig durch Kapazitätsauslastungsänderungen und Einkommenswachstum an. Das Potenzialwachstum wird zudem endogenisiert und hängt vom tatsächlichen, nachfragegetriebenen Wachstum ab. Des Weiteren berücksichtigt Steindl die Bedeutungen von Institutionen und Machtverhältnissen für das langfristige Wachstum – und für die Stagnation.

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Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2016
Die Lücke der Utopie. Kritik, Ermächtigung, Trost
182 Seiten

Berliner Debatte Initial 2 | 2016

Die Lücke der Utopie. Kritik, Ermächtigung, Trost

ISBN 978-3-945878-09-5 | ISSN 0863-4564 | 182 Seiten

Vor 500 Jahren, 1516, erschien Thomas Morus’ „Utopia“. Der Titel wurde zum Begriff eines literarischen Genres wie einer „Form von Zukunftserwartung, ja eines Weltverhaltens überhaupt“ (Jürgen Teller): Das Entwerfen gesellschaftlicher Alternativen verband sich mit dem Begriff der Utopie. Wir nehmen das Jubiläum zum Anlass, zu erkunden, wie Utopien die Lücke zwischen Sein und Sollen denken. Welche gesellschaftlichen Probleme und Erwartungen artikulieren sich in ihnen? Was leisten Utopien: Sind sie Kritik, Handlungsanleitung oder hypothetisches Ideal, reales oder gedankliches Experiment? Und wofür stehen Utopien heute? Führen die gegenwärtigen Krisen zu neuen Utopien? Ermächtigen diese zum gesellschaftlichen Verändern? Oder schaffen sie eher Rückzugsräume, die über die elende Gegenwart trösten? Die Beiträge des Schwerpunkts erkunden die Möglichkeiten der Utopie in historischer und aktueller Perspektive.
Außerdem: Astrid Volpert rekonstruiert die vergessenen Biographien der Bauhaus-Künstler Erich Borchert und Gerhard Moser, die 1930 bzw. 1935 in die Sowjetunion gingen. Gerd Irrlitz geht den Ursachen für die aggressive Ablehnung von Flüchtlingen und Einwanderern durch Pegida und AfD nach. Eckhard Hein stellt mit Josef Steindl eine alternative Sicht auf Stagnation in modernen kapitalistischen Ökonomien vor. Und wir eröffnen eine Debatte über das Erklärungspotential von Theorien und Modellen sozialer Evolution.

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