2017

Normalisierte Prekarität und kollektive Solidarität

Eine junge Beschäftigtengeneration entdeckt die Interessenvertretung wieder

15 Seiten | Autor: Marcel Thiel, Dennis Eversberg

Marcel Thiel und Dennis Eversberg demonstrieren in ihrem Aufsatz, dass sich inzwischen eine Stärkung gewerkschaftlicher Arbeit in Ostdeutschland aufgrund eines Generationenwechsels beobachten lässt. Dabei vertreten die Autoren die These, dass jüngere Gewerkschaftsmitglieder nicht mehr von den Erfahrungen aus der DDR geprägt sind, sondern dass Erfahrungen „normalisierter Prekarität“ eine Grundlage für ihr gewerkschaftliches Engagement sind.

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Erschienen in
Berliner Debatte 3 | 2017
Demografischer Wandel und Arbeit in Ostdeutschland
160 Seiten

Vom Planerfüllungspakt zur Konfliktbereitschaft?

Zur Geschichte des Arbeiterbewusstseins in Ostdeutschland

15 Seiten | Autor: Maria-Elisabeth Neuhauss, Ingo Singe

Dass es für den momentan diagnostizierten Bewusstseinswandel der ostdeutschen Arbeitsbevölkerung „historische Vorläufer“ gab, erzählen Maria Neuhauss und Ingo Singe in ihrem Beitrag zur Geschichte des Arbeitsbewusstseins in Ostdeutschland. Dabei zeigen sie, dass die Ablehnung kollektiver Interessenvertretungen in den Jahren nach der deutschen Vereinigung nicht nur auf die Arbeitsmarktkonkurrenz zurückzuführen war, sondern ebenso auf in der DDR-Zeit erworbenen Praktiken individuellen Konflikthandelns beruht.

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Erschienen in
Berliner Debatte 3 | 2017
Demografischer Wandel und Arbeit in Ostdeutschland
160 Seiten

Das Ende des ostdeutschen Arbeitsspartaners

Warum der Umbruch auf dem Arbeitsmarkt die Arbeitskultur verändern wird

14 Seiten | Autor: Michael Behr

Michael Behr zeichnet in seinem Beitrag nach, wie sich gegenwärtig in den neuen Ländern ein Umbruch im Beschäftigungssystem und auf dem Arbeitsmarkt vollzieht. Er konstatiert für diese eine „zweite Wende“, bei der es darum gehe, „die Hypotheken einer leidlich erfolgreichen Überlebensgesellschaft“, welche nunmehr die Zukunftsfähigkeit der Region bedrohen, abzubauen. Als Treiber dieser Veränderung gilt die Demografie. Ein marginal positiver Wanderungssaldo, eine leichte Reduktion des Pendlersaldos, eine gebremste Zuwanderung aus dem Ausland sowie steigende Geburtenzahlen nähren die Hoffnung, Ostdeutschland sei „aus der Gefahr“.

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Erschienen in
Berliner Debatte 3 | 2017
Demografischer Wandel und Arbeit in Ostdeutschland
160 Seiten

„Die Ballungszentren sind die Motoren des demografischen Aufschwungs“

Gespräch mit Reiner Klingholz und Manuel Slupina

Reiner Klingholz und Manuel Slupina vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung gehen auf die regionale Ausdifferenzierung zwischen Peripherien und dynamischen Ballungszentren in Ostdeutschland ein. Aus dem Interview geht hervor, dass vor allem strukturschwachen Regionen droht, in eine Abwärtsspirale zu geraten. Will man dieser begegnen, bedarf es nicht zuletzt zivilgesellschaftlichen Engagements. Dabei gewinnen alternative Formen der Versorgung wie ärztliche Gemeinschaftspraxen, Multifunktionsläden oder mobile Bürgerbüros an Bedeutung.

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Erschienen in
Berliner Debatte 3 | 2017
Demografischer Wandel und Arbeit in Ostdeutschland
160 Seiten

Totgesagte leben länger: Demografischer Wandel und Arbeitspolitik in Ostdeutschland

Ausgangspunkt des Schwerpunkts „Demografischer Wandel und Arbeit in Ostdeutschland“ ist die Hypothese der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes, wonach sich der Bevölkerungsrückgang in den ostdeutschen Bundesländern auch in Zukunft fortsetzen werde und die Schrumpfung der Einwohnerzahl bis 2060 bis zu 26 Prozent betragen könne. Dadurch würde auch das Erwerbspersonenpotential weiter zurückgehen. Zudem werden die Beschäftigten im Schnitt immer älter. Die Folge seien, sofern man eine stabile Nachfrage und weiter wachsende Produktion unterstellt, ein flächendeckender Fachkräftemangel und Unternehmensabwanderungen, was das Risiko einer erneuten sozialen Abwärtsspirale berge. Demgegenüber lässt sich ein differenzierteres Bild zeichnen, indem der Fokus nicht nur auf die Trends der Bevölkerungsentwicklung gelegt wird, sondern auch Umbrüche in der Arbeits- und Lebenswelt berücksichtigt werden. Entscheidend ist dabei nicht nur die Frage, wie sich die Geburten- und Sterberaten in den neuen Ländern entwickeln, sondern auch, welche Wechselwirkungen dabei zu beobachten sind, die Veränderungen der Bevölkerungszusammensetzung und Migrationsströme bedingen. Dabei spielen neben wirtschaftlichen Gründen auch infrastrukturelle sowie regionale Aspekte eine Rolle. Wie diese Faktoren miteinander interagieren, wird in dem Beitrag von Stefan Schmalz, Sarah Hinz, Anne Hasenohr und Ingo Singe diskutiert. Dabei werden auch mögliche Ausblicke auf Gestaltungsvarianten des demografischen Wandels gegeben. Die Autor(inn)en versuchen zu zeigen, dass der demografische Wandel nicht nur negativ wirkt, sondern auch neue Formen der Arbeitsgestaltung ermöglicht.

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Erschienen in
Berliner Debatte 3 | 2017
Demografischer Wandel und Arbeit in Ostdeutschland
160 Seiten

Berliner Debatte Initial 3 | 2017

Demografischer Wandel und Arbeit in Ostdeutschland

ISBN 978-3-945878-54-5 | ISSN 0863-4564 | 160 Seiten

Die soziale Spaltung der bundesdeutschen Gesellschaft ist kein Ost-West-Problem und auch kein Ergebnis der deutschen Vereinigung. Die Gründe dafür sind vielmehr in den ökonomischen und sozialen Grundlagen der Gesellschaft und in der einseitig an Kapitalinteressen orientierten Politik der letzten Jahrzehnte zu suchen. Gleichwohl bildet das bis heute zu konstatierende West-Ost-Gefälle in den Arbeits- und Lebensbedingungen eine Facette sozialer Differenzierung und damit ein zentrales Problem der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. So wird im „Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit 2017“ festgestellt, dass trotz der insgesamt recht erfolgreichen Bilanz „noch ein gutes Stück Weg zu gehen [bleibt], um noch bestehende, vor allem wirtschaftliche, Unterschiede zwischen Ost und West zu überwinden“ (S. 9). Dies betrifft nicht zuletzt die Beschäftigungssituation und die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Trotz der insgesamt ernüchternden Bilanz des ostdeutschen Aufhol- und Integrationsprozesses sind die Lichtblicke und positiven Beispiele, die insbesondere auf dem Arbeitsmarkt, und hier wiederum besonders in den Ballungszentren, in den letzten Jahren zu verzeichnen sind, nicht zu unterschätzen. Die erfreulichen Nachrichten betreffen nach Jahrzehnten der Abwanderung und des massiven Bevölkerungsrückgangs die demografische Entwicklung, die Zunahme der Beschäftigung und die Integration von Migrant(inn)en in den ostdeutschen Arbeitsmarkt. Diesen Prozessen, ihrer differenzierten Wahrnehmung und den damit verbundenen Problemen ist der Schwerpunkt des Heftes „Demografischer Wandel und Arbeit in Ostdeutschland“ gewidmet.

Inhalt

Verbotsvertrag vs. nukleare Abschreckung

2 Seiten | Autor: Alexander Kmentt

Der Vertrag über das Atomwaffenverbot ist die Kulmination der Bemühungen von kernwaffenfreien Staaten, der Zivilgesellschaft, humanitärer Organisationen und Vertretern der Wissenschaft, den Abrüstungsbemühungen neue Dynamik zu verleihen. Auf den Konferenzen der humanitären Initiative wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass die Auswirkungen und Risiken von Nuklearwaffen wesentlich gravierender sind, als bislang bekannt. Das Vertrauen in nukleare Abschreckung beruht daher letztlich auf einer gefährlichen Illusion von Sicherheit.

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Welttrends 133 | 2017
UNO – fit für die Zukunft?
72 Seiten

Jenseits des Nationalstaates

Der politische Islam heute

5 Seiten | Autor: Thorsten Hasche

Der politische Islam im 21. Jahrhundert ist transnational, d.h. seine zahlreichen Bewegungen und vielfältigen Ideologien bewegen sich über die Ländergrenzen Europas, Nordafrikas, Westasiens, Zentralasiens und Südostasiens hinweg. Zugleich bewegt sich der Islamismus zwischen zwei Polen: relativ zivil-politische Organisationen à la Muslimbruderschaft unterscheiden sich von der radikalen Militanz einer al-Qaida oder des „Islamischer Staates". Die sunnitischen Ausprägungen des Islamismus sind vor allem von nicht-staatlichen Gruppierungen geprägt, während der schiitische Islamismus durch die Islamische Republik Iran und die von ihr unterstützte Hizbollah im Libanon vertreten wird.

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Erschienen in
Welttrends 133 | 2017
UNO – fit für die Zukunft?
72 Seiten

Zwischen Krise und Hoffnung

UNESCO vor schweren Entscheidungen

6 Seiten | Autor: Klaus Hüfner

Als wichtige UN-Sonderorganisation hat die UNESCO ein weitreichendes Mandat für die Bereiche Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation. Ihre Wirksamkeit wird derzeit durch eine Reihe schwerwiegender Probleme behindert, insbesondere durch eine mangelnde Finanzierung und eine zunehmende Politisierung. Der von den USA angekündigte Austritt verschärft die Probleme.

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Erschienen in
Welttrends 133 | 2017
UNO – fit für die Zukunft?
72 Seiten

Agenda 2030 und globale Nachhaltigkeit

6 Seiten | Autor: Jens Martens, Wolfgang Obenland

Ende September 2015 verabschiedeten die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen auf einem Gipfeltreffen in New York die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Mit ihr haben die Regierungen den globalen Rahmen für die Nachhaltigkeitspolitik der verbleibenden 13 Jahre abgesteckt.

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Erschienen in
Welttrends 133 | 2017
UNO – fit für die Zukunft?
72 Seiten