Visuelle Mikrosoziologie und die Soziologie von Fleisch und Blut

Kommentar zu Loïc Wacquant

6 Seiten | Autor: Randall Collins

Randall Collins zeigt, wie die von Wacquant vorgeschlagene intensive Feldforschung durch eine „visuelle Mikrosoziologie“, die sich auf Foto- und Videoaufzeichnungen stützt, ergänzt werden kann. In seinem Kommentar befasst er sich mit der Analyse von Gewaltausübung und gewaltvollen Massenereignissen. Visuelle Aufzeichnungstechniken ermöglichen eine genaue Beobachtung und Auswertung von Vorgängen, Körperhaltungen und Bewegungen. Auf dieser Basis kann in Interviews präziser nachgefragt werden. Damit wird die Möglichkeit gegeben, über ein rituelles und schablonenhaftes Sprechen über Gewalt hinauszugelangen. In theoretischer Hinsicht problematisiert Collins die Entstehung von Solidarität innerhalb einer Gruppe, die Mitgliedschaft herstellt und das Zugehörigkeitsgefühl der Gruppe stärkt, aber nicht zu Gleichheit in Bezug auf Fähigkeiten führt.

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Erschienen in
Berliner Debatte 3 | 2015
Heiner Müller: Macht, Geist & Katastrophengier
152 Seiten

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