Utopien der frühsowjetischen Architektur und Stadtplanung

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Die sowjetische Architekturzeitschrift „Sovremennaja architektura“ eröffnete ihr erstes Heft 1926 mit der Devise: „Die moderne Architektur muss die neue sozialistische Lebensweise kristallisieren.“1 Die Devise verdeutlicht in nuce den utopischen Anspruch der frühsowjetischen Architektur und Stadtplanung. Ihre Protagonisten strebten eine Architektur an, die die neue Gesellschaft nicht allein baulich widerspiegelt. Die neuen Häuser und Städte sollten die neue, sozialistische Lebensweise formen und den Neuen Menschen erziehen. Wie sehr die damaligen Architekturdebatten mit ihren radikalen Entwürfen immer noch faszinieren, zeigte die Ausstellung „Baumeister der Revolution. Sowjetische Kunst und Architektur 1915-1935“, die 2012 im Martin-Gropius-Bau Berlin zu sehen war. Sie verdeutlichte aber zugleich, wie wenig diese Debatten und die hinter ihnen stehenden Utopien in ihrer Verschränkung von utopischem Emanzipationsanspruch und totalitärem Potential bislang erfasst sind.

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