Das Religionsprivileg als Mittel zum völkischen und antisemitischen Zweck

Die Bewegung der Ludendorffer im Lichte staatlicher Verbotspraxis

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Nach der militärischen Bezwingung des Nationalsozialismus hatten diejenigen, die das Terror-Regime aktiv unterstützt oder eine erkennbare Funktion ausgeübt hatten, unterschiedliche Handlungsoptionen. Sie konnten sich – etwa aus Furcht vor Strafverfolgung – ins Ausland absetzen und dort den weiteren Verlauf der politischen Entwicklung abwarten sie zogen sich zurück, konzentrierten sich auf den Aufbau einer ›bürgerlichen Existenz‹ und arrangierten sich mit den neuen Gegebenheiten, solange Antikommunismus das dominierende Paradigma der außenpolitischen Orientierung der Bundesrepublik Deutschland blieb. Oder sie suchten nach einer mehr oder weniger kurzen Zeit der Zurückhaltung den Kontakt zu Gleichgesinnten, um für ›nationale Ehre‹, die ›Wiederkehr des Reiches‹ und ›deutsche Interessen‹ zu streiten. Letztgenannte Option konnte recht unterschiedliche Ausformungen annehmen, so etwa die Einflussnahme in den demokratischen Parteien, den Aufbau „nationaler“ Jugend- und Kulturverbände oder die Gründung von Parteien mit dem Ziel, unter Nutzung der demokratischen Freiheiten auch parlamentarische Positionen zu besetzen.

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