Modernisierung durch Sport

Zu Erik N. Jensens „Body by Weimar. Athletes, Gender and German Modernity“
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Es geschah am 2. August 1928 im Amsterdamer „Olympisch Stadion“. Zum ersten Mal seit dem Ersten Weltkrieg nahm wieder eine deutsche Mannschaft an Olympischen Sommerspielen teil und zum ersten Mal wurden – „versuchsweise“ – Leichtathletikwettbewerbe für die Frauen ausgerichtet: im Diskuswurf, im Hochsprung und über die Laufstrecken 100 m, 4 x 100 m und 800 m. Für den Endlauf hatten sich neun Läuferinnen qualifiziert, darunter drei deutsche, von denen eine, Karoline „Lina“ Radke, geb. Batschauer, das spannende Rennen gewann. Und etwa so las sich die Freude darüber am Tag darauf in der deutschen Presse: „Endlich! / Von Tag zu Tag haben die deutschen Zuschauer [...] darauf gewartet, einen deutschen Sieg zu erleben, aber immer wieder wurde die Hoffnung, die sie in vielleicht unberechtigtem Optimismus hegten, begraben. [...] Schon wurde man so pessimistisch, daß man nicht mehr an den Erfolg glaubte, als es jetzt einer deutschen Frau gelang, den Bann, der über Deutschland lag, zu brechen. Was die Männer, die als Großmacht in den olympischen Kampf gezogen sind, nicht schafften, das erreichte eine deutsche Frau.

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