Öffentlicher Raum und fragmentierte Erinnerung

Politik und Gegenpolitik der Straßennamenänderung im ehemaligen Jugoslawien

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Politische und gesellschaftliche Macht, so die amerikanische Anthropologin Katherine Verdery, werden gleichermaßen durch die Kontrolle über Geschichte und Raum ausgeübt. Ideologisch codierter Raum, mit seiner kommunikativen Kraft und seinem diskursiven Potential, wirkt mit an der Konstruktion und Wahrnehmung sozialer Realität, er transformiert Geschichte zu einem Teil der „natürlichen Ordnung der Dinge“ und verdeckt so deren Bedingtheit und Künstlichkeit. Aus stadtanthropologischer und kulturgeographischer Perspektive wird diese mitunter als politisch bezeichnete Sphäre des Nationalstaats (ebenso wie große historische Narrative) an und in verschiedenen Orten für die Bürger greifbar. Dabei scheint jedoch die Macht des Nationalstaats über die Erinnerungskultur gegenwärtig nicht mehr so unhinterfragt und uneingeschränkt zu gelten, wie dies noch Henri Lefebvre vermutete. In Serbien und Kroatien sowie in anderen postsozialistischen Staaten zeigt sich dies an den vielfältigen Umbenennungen, die den öffentlichen Raum mit neuen Deutungen versehen.

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