Der Arabische Frühling der sunnitischen Heiligen Allianz

Eine Zwischenbilanz der Aufstände in der arabischen Welt

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Der Versuch, mehr als anderthalb Jahre nach dem Abgang Mubaraks den Arabischen Frühling zu bilanzieren, ist schwierig. Denn statt einer Summierung der Ergebnisse im Ganzen der arabischen Welt scheint nicht mehr zu resultieren als eine Vielzahl von Teilsummen, die jeweils noch mit Beträgen zu verrechnen sind, die außerhalb ihrer gebildet wurden und werden. Das Interessengeflecht wird im Folgenden nur an wenigen Stellen angehoben und sichtbar, allerdings ergänzt durch einen Blick auf die Geschichte von Revolutionen und Institutionen, welche die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts als historisches Vorfeld gegenwärtiger Ereignisse bereithält. So ergibt sich provisorisch der überraschende Befund, dass momentan weder die säkulare Öffentlichkeit noch der politische Islam den Arabischen Frühling für sich reklamieren kann, sondern die sunnitische Heilige Allianz des Golfkooperationsrats. Allerdings sind absolute Monarchen schlechte Modernisierer, weil kein König das gebieten kann, worüber sich Modernisierungsprozesse oft legitimieren, nämlich eine volonté générale. Daran erinnert der historische Blick über den Persischen Golf auf das Schicksal Mohammad Reza Pahlavis.

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