‚It happened again‘ oder: Hyman P. Minskys Beitrag zu einer Neuausrichtung der Wirtschaftswissenschaft

16 Seiten | Autor: Arne Heise, Jan Herntrich

Die Hypothese effizienter Märkte (HEM) sagt eigentlich nicht viel mehr aus, als dass rationale Marktakteure alle für ihre Markttransaktionen relevanten Informationen verwenden und in ihre Entscheidungskalküle einflieβen lassen. Diese sehr allgemeine und kaum angreifbare Form der Hypothese ist dann allerdings in der weiteren Verwendung dahingehend konkretisiert und „radikalisiert“ worden, dass alle für Markttransaktionen notwendigen Informationen grundsätzlich vorhanden bzw. wahrscheinlichkeitstheoretisch prognostizierbar und folglich „rational erwartbar sind“ – die Preise der an den Märkten gehandelten Güter spiegeln diese Informationsannahmen wider: Für die Finanzmärkte, die durch besonders geringe Transaktionskosten und hohe Reaktionsgeschwindigkeit der Marktteilnehmer gekennzeichnet sind, bedeutet dies einerseits einen weitgehend reibungslosen – also selbststeuernden – Ablauf und ein effizientes Marktergebnis, wobei die Preise der Finanzprodukte ein perfektes Abbild der involvierten Risiken und Ertragschancen abgeben.

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Erschienen in
Berliner Debatte 3 | 2012
Jenseits der Orthodoxie. Ansätze für einen Paradigmenwechsel in der Wirtschaftstheorie
157 Seiten

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