Komparative Krisenanalyse. Gottfried Haberler und die Lehren aus der Depression der 1930er Jahre

15 Seiten | Autor: Ulrich Busch

Es gibt zutreffende Erklärungen für die gegenwärtige Krise und unzutreffende. Letztere interpretieren sie politisch, als Resultat „falscher“ Wirtschaftspolitik, oder psychologisch, als intendierte Folge von Gier und Unmoral. Erstere erklären sie ökonomisch, konjunkturtheoretisch und finanzwirtschaftlich, als Ausdruck der inhärenten Instabilität des Finanzkapitalismus. Aktuell gewinnt letzterer Aspekt enorm an Bedeutung. Deshalb erweist sich die Finanzperspektive, die „Betrachtung der kapitalistischen Wirtschaft aus der Perspektive ihrer Finanzbeziehungen“ (Minsky), als die zutreffendste Sicht auf die aktuelle Krise. Wahrscheinlich ereignen sich auch kommende Krisen als Finanzkrisen, mit der Gefahr, die reale Wirtschaft in eine Depression zu stürzen. Seit den 1930er Jahren hat sich hier jedoch ein Lernprozess vollzogen, wozu Haberler beigetragen hat. Eine strikte Regulierung der Finanzmärkte erscheint heute nicht nur unabweislich, sondern auch möglich und die Verhinderung einer weltweiten Depression wie die der 1930er Jahre als eine durchaus realistische Option.

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Erschienen in
Berliner Debatte 3 | 2012
Jenseits der Orthodoxie. Ansätze für einen Paradigmenwechsel in der Wirtschaftstheorie
157 Seiten

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