Honeckers Wir-Biographie und ihr Ich-Erzähler

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Ein verheerendes Medienecho begleitete die Publikation der „Letzten Aufzeichnungen“, die im Frühjahr 2012 unter Erich Honeckers Namen erschienen. Als „Mitschrift eines intellektuellen Verdämmerns“ und „schöne Illustrationen des Geisteszustands eines gierigen Greises, der über die Träume von Millionen und die Leichen Tausender ging“, las der Literaturkritiker Denis Scheck die in der Moabiter Untersuchungshaft entstandenen Notate des vor Gericht gestellten Ex-Machthabers, als Selbstbild eines „realitätsfernen alten kranken Mannes“, der sich „selbst in ein geistiges Gefängnis ein(mauert)“, bewertete sie Hans-Hermann Hertle im „Berliner Kurier“, und als „Mischung aus Wahn und Wirklichkeit“ Monika Maron in der „Zeit“. Die Rezensenten stimmen überein, dass dieses vermutlich letzte Ego-Dokument aus Honeckers Feder Aufzeichnungen eines Mannes darstellen, der „nicht mehr alles begriff“ und dessen Tagebucheinträge „völligen Realitätsverlust“ erkennen lassen – „Klopfzeichen aus einer Vergangenheit, die Gott sei Dank vorbei ist“.

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