Frank Nullmeier: Politische Theorie des Sozialstaats

4 Seiten | Autor: Frank Adloff

In einer Zeit verbreiteter Kritik am Sozialstaat und effektiven Abbaus von Sozialstaatlichkeit unternimmt Frank Nullmeier einen weit ausholenden Versuch, die normativen Grundlagen dieses Gebildes neu zu bestimmen. In der politischen Theorie wird der Sozialstaat üblicherweise als etwas Nachrangiges angesehen. Er leitet sich dort aus der Idee ab, daß die liberalen Freiheitsrechte nur wahrgenommen werden können, wenn sie durch soziale Rechte flankiert werden. Soziale Rechte bilden – so gesehen – die Mittel zur Beförderung der liberalen Freiheit. Nullmeier stellt dem eine Konzeption entgegen, die den Sozialstaat als einen genuinen Gegenstand betrachtet. Der Sozialstaat ist ihm zufolge als politische Antwort auf die Fortexistenz sozialkomparativen Handelns zu deuten. Damit rücken vergleichende Orientierungen wie Neid, Distinktionsstreben, Angst vor dem Abstieg, Rivalisieren u.ä. ins Zentrum der Untersuchung. Diese Orientierungen sollen einerseits anerkannt, andererseits aber auch eingehegt werden.

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Erschienen in
Berliner Debatte 2 | 2001
Identitäten: Israel zwischen Postzionismus und Ethnopolitik
128 Seiten

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